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Die Burg Haldenstein und ihre Architektin

In Haldenstein sind noch einige Andenken an frühere Zeiten übrig geblieben. Unter anderem die Haldensteiner Burg, welche die Vergangenheit des Dorfes geprägt hat. Zurzeit wird die Burg konserviert. Radio Südostschweiz hat mit der Architektin Gabriela Güntert über die Burg gesprochen.

Südostschweiz
Montag, 09. März 2020, 14:09 Uhr Historische Ereignisse

Die Zeiten der mächtigen Vögte und Freiherren, der verschiedenen Herrschaften und den königlichen Familien. Auch das Dörfchen Haldenstein, am Fusse des Calandas, erlebte diese Zeiten mit. Heute jedoch erinnert fast nichts mehr an die Vergangenheit. Nur die verschiedenen Burgen und das Schloss sprechen noch von der adligen Vergangenheit des Dorfes.

Vor rund 800 Jahren wurde die Haldensteiner Burg errichtet, wie man sagt. Verschiedenste Leute sollten darin gewohnt haben. Die Zeit ist an der Burg jedoch nicht spurlos vorbei gegangen. Immer wieder wurde sie beschädigt und mittlerweile ist nur noch eine Ruine übrig. Nach Rittern und Burgfräuleins sucht man vergebens. Trotzdem, oder genau wegen der geschichtlichen Aspekte, wird die Burg zurzeit konserviert.

Gabriela Güntert ist Architektin und arbeitet bei der Konservierung mit. Sie erklärt gegenüber Radio Südostschweiz: «Die Burg ist schon lange am verfallen, dafür ist der Zustand sehr gut.» Sie sei überrascht, wie schön die Steine bearbeitet seien. Die Details seien eindrücklich. «Bis jetzt habe ich noch nie eine Burgruine gesehen, die vom handwerklichen Geschick und vom Material her ein so hohes Niveau verweisen konnte», meint die Architektin.

Ein vielfältiger Auftrag

Der Auftrag, die Burg zu konservieren ist alles andere als 0815, wie Güntert sagt. «Wir sind darauf spezialisiert, Schäden zu analysieren.» Mit Maurern oder Baumeistern könnten dann kaputte Mauerwerke repariert werden. Die Arbeit sei sehr spannend und schön. Seit rund 20 Jahren untersucht die Architektin solche Ruinen.

Sie sei keine Burgromantikerin und suche auch nicht nach Schätzen, trotzdem würden sie die einzelnen Bauten immer wieder aufs Neue überraschen. Auch bei der Burgruine Haldenstein sei sie überwältigt gewesen. «Wir haben schon mehr gesehen, als ich je erwartet habe. Das Bauwerk ist ein richtiges Juwel.»

Tore werden vielleicht geöffnet

Und dieses Juwel sollte in Zukunft auch andere Leute sehen. Als Spaziergänger könne man rundherum laufen. Geplant sei aber auch, dass man sich direkt dem Felsen, auf dem die Burg steht, nähern könne. Laut Güntert entscheidet am Ende jedoch die Gemeinde, wie weit man die Burg zugänglich machen will. Vielleicht könnt Ihr also schon bald zu Burgherren und Burgfrauen werden und Euch in die Geschichte Haldenstein zurückversetzen. (paa)

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