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Behörden sperren Malojastrasse für Felsreinigung

Ende September wird die Malojastrasse im Oberengadin tagsüber zu gewissen Zeiten gesperrt. Grund ist ein drohender Felsabbruch. An den Bergen auf über 3000 Metern über Meer hängen lose Blöcke, die zu Tal stürzen könnten. Sie sollen entfernt werden.

Südostschweiz
Samstag, 19. September 2020, 12:13 Uhr Wegen drohendem Felsabbruch
Am 1. September ist in Sils im Engadin ein Felsbrocken niedergegangen.
KANTONSPOLIZEI GRAUBÜNDEN

Am über 3000 Meter hohen Piz Lagrev hatten sich am 1. September Steine gelöst. 10'000 Kubikmeter Gestein, was ungefähr dem Volumen von zehn Einfamilienhäusern entspricht, donnerten über Wanderwege talwärts und erreichten auch die Malojastrasse, wie die Kantonspolizei Graubünden informierte.

Die Felsen hatten sich auf 2500 bis 3000 Metern über Meer gelöst. Der grösste Teil der Sturzmasse blieb auf Geröllhalden oder in bewaldetem Gebiet liegen. Ein 22 Kubikmeter grosser Block jedoch stoppte erst vor der Malojastrasse.

Lose Blöcke sollen entfernt werden

Geologische Abklärungen ergaben nun, dass auf über 3000 Metern über Meer mehrere lose Felsblöcke abstürzen könnten, wie Gion Hagmann, Chef Strassenerhaltung, auf Anfrage von Radio Südostschweiz sagte. Er gibt aber Entwarnung. «Es besteht keine akute Gefahr. Man hat die Situation unter Beobachtung. Darum ist die Strasse im Moment frei.»

Ab Ende September sollen die losen Blöcke aber bei einer sogenannten Felsreinigung entfernt werden. Das sei eine relativ aufwändige Arbeit, so Gion. Die Arbeiten dauern etwa fünf Tage. Durchgeführt werden sie ab Montag, 28. September, bis Freitag, 2. Oktober jeweils vormittags von 08:30 bis 11:30 Uhr und nachmittags von 13:30 bis 16:30 Uhr.

Bis zu zwei Stunden Wartezeit

Aus Sicherheitsgründen wird die Malojastrasse tagsüber zu gewissen Zeiten für den Verkehr gesperrt. Betroffen ist der Streckenabschnitt zwischen Sils Baselgia bis Plaun da Lej. Die Sperre betrifft auch Fussgänger und Velofahrer.

Falls möglich, werde die Strasse situativ für den motorisierten Verkehr freigegeben. Es müsse jedoch mit Wartezeiten bis zu zwei Stunden gerechnet werden, so Gion. (kea)

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