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Wie habt Ihr’s mit dem Weihnachten Feiern?

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UNSPLASH/ANDREAS AVGOUSTI
Oliver
Fischer

Beginnt das Chaos jeden Tag von vorn, sagen wir: Herzlich Willkommen im Familienleben. Unser Alltag reiht verrückte, bunte, profane und ab und zu unfassbar perfekte Momente aneinander. Das Leben als Mama oder Papa ist eine aufregende Reise, auf die wir Euch nun mitnehmen. Ganz nach dem Motto: Unser Alltag ist ihre Kindheit.

Ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer sind Weihnachtsmuffel. Das ist zumindest das Resultat einer Studie des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Aber was heisst das denn genau? Schliesslich gibt es ganz viele Menschen anderer Religionen als des Christentums in der Schweiz, für die Weihnachten per se schon mal nicht wichtig ist. Und dann gibt es ganz viele ursprünglich christliche Menschen, die aber mit Religion nicht gerade viel – oder gar nichts – am Hut haben und Weihnachten darum wohl nicht sonderlich ausgiebig zelebrieren.

Zu letzteren – also den Menschen, die mit Religion gar nichts am Hut haben – zähle ich mich selbst. Ich habe als Kind zwar den reformierten Religionsunterricht besucht, als Teenager dann aber – trotz der Aussicht auf lukrative Geschenkberge – auf die Konfirmation verzichtet und bin später dann auch hochoffiziell aus der Kirche ausgetreten. Die ganze christliche Implikation von Weihnachten interessiert mich schlicht nicht. Der Mensch Jesus Christus hat sehr wahrscheinlich einmal gelebt, den Sohn Gottes halte ich allerdings für eine Fantasy-Figur.

Und trotzdem finde ich die Vorweihnachtszeit und die Weihnachtsfeiertage durchaus eine schöne Zeit im Jahr. Das liegt zum einen daran, dass ich den Herbst und den Winter sowieso die angenehmsten Jahreszeiten finde, hat aber auch mit der allgemein besinnlichen Stimmung, die dann generell herrscht, zu tun. Grittibänzen und Guatzli backen, Glühwein auf diesem und jenem Christkindli-, Advents- oder Weihnachtsmarkt trinken, und die Vorfreude auf ein gemütliches, ruhiges Familienzusammenkommen gehören für mich auch als komplett nicht-religiösen Menschen zum Dezember dazu.

Denn das war und ist Weihnachten für mich: eine Familienzusammenkunft (oder auch zwei oder drei …). Längst leben Eltern und Geschwister mehr oder weniger verstreut in der Schweiz. Anlässe, an denen wir alle zusammenkommen sind selten geworden und so ist das Familien(weihnachts)fest am 24. Dezember bei meinen Eltern oft das einzige Mal im Jahr, an dem wir uns (meistens und mehr oder weniger) alle sehen. Ein gemeinsamer Spaziergang am Nachmittag, zusammen den Baum schmücken (ist ja eigentlich ein heidnisches Ritual, darum okay), in grosser Runde schlemmen (ein traditionelles Weihnachtsessen gibt’s bei uns allerdings nicht).

Und dann ist da die Sache mit den Geschenken … Wir sind vor einigen Jahren – zum Glück – von der Jeder-beschenkt-jeden-Materialschlacht zum Einmal-in-der-Runde-herum-Wichteln übergegangen. Das hat sowohl den Festabend wohltuend entschlackt, als auch die Adventszeit stressfreier gemacht. Ausnahmen bilden (natürlich): die Jüngsten. Unser Kind und das meiner Schwester dürfen (müssen aber nicht) von jedem beschenkt werden, der mag – von einem Vetorecht bei allzu schrottigen Preziosen mussten wir bisher nie Gebrauch machen.

Etwas euphorischer in Sachen (Vor-)Weihnachtszeit entsprechend ist natürlich Mini-me. Geht ja auch nicht anders, während wir zuhause eher einmal auf der Advents-Bremse stehen, wird in Kindergarten und -krippe natürlich der Turbo gezündet. Das ist auch völlig in Ordnung, in der Kombination kommen wir, glaube ich, auf einen einigermassen vernünftigen – und für alle Beteiligten (wobei die Katze sich nicht dazu geäussert hat) erträglichen – Mittelweg in Sachen Weihnachtlichkeit, Back-Schlachten und Geschenke-Euphorie. Und immerhin: So einfach das Kind morgens aus dem Bett zu bringen, wie mit einem Säckli-beladenen Adventskalender über dem Bett, ist es sonst definitiv nie.

Langer Rede …: Egal ob Ihr gläubige Christen, hundertprozentige Atheisten, Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters, Juden, Moslems oder Wiccas seid; Egal ob Ihr Guatzli verabscheut oder ein Duzend verschiedene Sorten selbst backt, ob Ihr Glühwein trinkt oder Gschenkli verschenken Unsinn findet – es hält uns alle nichts davon ab, in diesen Tagen an unsere Lieben zu denken, mit Ihnen zusammen zu kommen oder sie wenigstens anzurufen und, wenn nicht die erfundene Geburtsstunde eines Fantasyhelden, so doch das Zusammensein und die Familie zu feiern.

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Den nächsten wird etwas geschenkt.Trotzdem kenn ich viele Leute in meinen Senioren Umfeld ,die froh sind wenn diese Zeit wieder vorbei ist.Für viele ist es ein kommerzieller Zirkus.Auch sagen viele ich kaufe diese Geschenke erst im Januar da sind sie nur noch ein drittel des Kaufpreises wie im Dezember.Zudem freute ich mich früher als jüngerer Mann schon an Weihnachten auf die Fastnachtszeit als eingefleischter Fasnächtler.Trotzdem jetzt schon ein gutes neues Jahr und blibed Gsund.

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