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Diesen «Saich» braucht Ihr nicht

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BILD LESLIE ECKERT / PIXABAY
Kristina
Schmid

Beginnt das Chaos jeden Tag von vorn, sagen wir: Herzlich Willkommen im Familienleben. Unser Alltag reiht verrückte, bunte, profane und ab und zu unfassbar perfekte Momente aneinander. Das Leben als Mama oder Papa ist eine aufregende Reise, auf die wir Euch nun mitnehmen. Ganz nach dem Motto: Unser Alltag ist ihre Kindheit.

Na, seid Ihr schon gut ins neue Jahr gestartet? Wir auch. Schlafend und friedlich. Passend zum Jahresstart haben ich und meine Freundinnen kürzlich darüber sinniert, was wir werdenden Mamis so auf den Weg geben würden. Und damit meine ich keine altklugen Ratschläge, die sowieso keine werdende Mama jemals hören will (seien sie noch so gut gemeint), sondern Tipps, die den Geldbeutel betreffen. 

Welche schwangere Frau ist denn bitte nicht früher oder später dem Baby-Kauf-Wahn erlegen oder fast erlegen. Die vielen süssen Baby-Sachen lassen grüssen. Die Online-Shops und Baby-Verkaufshäuser dürfte es freuen, die Schweizer Wirtschaft ebenfalls, das eigene Haushaltsbudget weniger. Doch neben vielen tollen Produkten gibt es auch solche, die man – let’s face reality – nicht wirklich braucht. 

Wir haben die Top 20 fürs 2020 herausgesucht. 

  1. Jeans: Weil unbequem.
  2. Baby-Sneaker: Weil unbequem.
  3. Kapuzen-Pullover. Noch einmal: Weil unbequem. Die Kleinen liegen mehrheitlich auf dem Rücken. Eine dicke Kapuze stört da nur.
  4. Bleiben wir bei den Baby-Kleidern. Auch wenn es irre viel Spass macht, süsse Kleidchen zu kaufen: Hütet Euch davor, in einen Kaufrausch zu fallen. Die Kleinen wachsen aus den Sachen so schnell wieder raus. Es wäre schade, wenn sie die Hälfte des Gekauften nicht einmal tragen würden, weil sie schon wieder zu gross dafür sind.
  5. Um an Punkt 4 anzuknüpfen: Ein Baby braucht nicht viele Kleider in einer Grösse. Vor allem nicht in den Grössen 50 und 56. Wer die Finger von den niedlichen Baby-Kleidern nicht lassen kann, kaufe sie von Anfang an in verschiedenen Grössen. Mein grosses Baby lässt grüssen.
  6. Spielsachen. Damit meine ich nicht generell alle Spielsachen. Damit meine ich zu viele Spielsachen. Eine Rassel, ein Greifling, ein Spielbogen, ein Plüschtier. Was ich sagen will: Eins genügt. Das Baby braucht nicht alles in zehnfacher Ausführung.
  7. Ich für meinen Teil hätte mir den Kauf einer Babywanne sparen können. Zurzeit besteht ihre einzige Funktion darin, im Keller Staub zu sammeln. Das Geld kann bestimmt besser investiert werden.
  8. Ein Sonnenschirm für den Kinderwagen. Bitte nicht. Das Ding ist mehr lästig als nützlich – und es hält sowieso nie so richtig die Sonne vom Kind fern. Ausserdem: Viel Spass im windigen Chur.
  9. Wärmelampe und Heizstrahler. Ich wusste noch nicht einmal, dass es so etwas gibt, bis ich auf einer der «Erstausstattungslisten» im Internet darüber stolperte. Solche Heizstrahler werden oberhalb des Wickeltischs angebracht, damit das Baby beim Wickeln oder nach dem «Bädala» nicht friert. Blödsinn.
  10. Ebenfalls auf einer solchen «Erstausstattungsliste» gefunden: Dampfsterilisator. Wie das Wort schon sagt: Damit sterilisiert man Schoppen und Nuggi. Auch hier: Blödsinn. 
  11. Ebenfalls Blödsinn: «Erstausstattungslisten». Ihr braucht keine Liste, die Euch sagt, was Ihr braucht. Was ein Baby wirklich braucht, könnt Ihr an einer Hand abzählen. Verlasst Euch dabei auf Euer Bauchgefühl.
  12. Schoppenwärmer. Glaubt mir: Ihr braucht keinen. Milch im Wärmebad zu erwärmen dauert nur etwa zwei Minuten länger. Euer Geld könnt Ihr besser investieren.
  13. Das gleiche gilt für den Babybreiwärmer.
  14. Und wenn wir schon beim Thema Wärmen sind: Es gibt sogenannte Feuchttücherwärmer. Damit man Babys Popo nicht mit kalten Tüchern abwischen muss. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
  15. Hightech-Ohrthermometer. Es klingt gut: Die Temperatur einfach und ohne Geschrei im Ohr messen. Leider sind diese Geräte ungenau. Besser also auf normale Temperaturmesser zurückgreifen.
  16. Baby-Waage. Lieber Gott, warum?
  17. Wickeltasche. Schuldig im Sinne der Anklage. Ich habe mir eine gekauft. Keine Ahnung, weshalb. Heute trage ich alles, was ich für mich und für meinen Sohn brauche, in meiner normalen Handtasche. Oder im Rucksack.
  18. Babyphone mit Sensormatte. Ich hatte keines. Ich hatte nicht einmal ein Babyphone. Und doch kann ich verstehen, dass es Eltern gibt, die eines brauchen. Aber eines mit Sensormatte? Nein, danke. Gemäss Studien werden die Babys Strahlungen ausgesetzt, die das Krebsrisiko erhöhen. Ausserdem berichten Eltern von häufigen Fehlalarmen und regelmässigen Schreckmomenten. Deshalb: Besser nicht.
  19. Hin- und Hergerissen bin ich bezüglich eines Laufgitters: Unseres sammelt gemeinsam mit der Babywanne Staub im Keller. Die wenigsten Kinder wollen da rein. Vor allem nicht, wenn sie krabbeln können. Aber: Erwartet Ihr Zwillinge, dürfte ein Laufgitter Euch wohl das Leben retten.
  20. Und wenn nicht etwa Eure Kinder daran glauben, dann braucht Ihr auch keine homöopathische Reiseapotheke.

Was mir hingegen das Leben tatsächlich erleichtert hat, war eine gute Babytrage und ein Hochstuhl. Und wenn ich mir noch heute etwas kaufen müsste, dann einen Akkusauger. Eine gute Investition. Ich brauche ihn mindestens drei Mal am Tag. Und auch Ihr werdet ihn brauchen. Spätestens an dem Tag, an dem Euer Kind das erste Mal Brot in die Finger bekommt. 

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