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Die Lage in Brienz bleibt angespannt

Schon in wenigen Jahren könnte es in Brienz zu einem grossen Bergsturz oder einer grossen Rutschung kommen. Darüber hat die Gemeinde am Freitagabend informiert.

Südostschweiz
Samstag, 22. Juni 2019, 04:30 Uhr Drohender Bergsturz
Brienz Brinzauls
Im Bündner Dorf Brienz ist ein Bergsturz sehr wahrscheinlich. Dieser würde sich aber «ankündigen» ​​.
ARCHIV/THEO GSTÖHL

Das Dorf Brienz rutscht weiterhin rasch talabwärts und wird zudem von einem Bergsturz bedroht. Die letzten Analysen würden deutliche Hinweise zeigen, dass es schon innerhalb weniger Jahre zu einem grossen Bergsturz oder einer grossen Rutschung kommen könnte. Dies schreibt die Gemeinde Albula/Alvra, zu der Brienz gehört, in einer Mitteilung. Die betroffene Bevölkerung wurde gestern Abend am vierten Informationsanlass über die aktuelle Lage ins Bild gesetzt.

Ein grosser Abbruch kündige sich über mehrere Wochen im Voraus an, heisst es in der Mitteilung. Er könne darum prognostiziert werden. Für den kommenden Monat sei ein solches Ereignis «sehr unwahrscheinlich». Dennoch hat sich die Gemeinde aus Sicherheitsgründen auf eine rasche Evakuierung des Dorfes vorbereitet. Die Bewohner von Brienz und der Ortsteile Vazerol, Tiefencastel und Surava werden schriftliche Informationen erhalten, wie sie sich bei einer Evakuierung innerhalb weniger Stunden verhalten sollen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine so rasche Evakuierung nötig werde, sei sehr klein, erklärte Gemeindepräsident Daniel Albertin am Informationsanlass. Die Gemeinde wolle aber vorbereitet sein, auch rasche Massnahmen geordnet durchführen zu können. 

Das Dorf Brienz bewegt sich auf einer bis zu 150 Meter dicken Felsscholle mit rund einem Meter pro Jahr. Die Bewegung sei im Moment konstant, aber auf sehr hohem Niveau, hiess es weiter. 

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