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Klimamarsch über Wanderwege ist eine Option

Über drei Tage wollen junge Klimaaktivisten von Landquart nach Davos laufen. Im Rahmen des WEFs möchten sie damit auf die Klima-Thematik aufmerksam machen. Obwohl der letzte Teil der Wanderung von den Behörden nicht genehmigt wurde, kämpfen die Aktivisten weiter darum, die Strecke zu Fuss zurücklegen – wenn nötig über Wanderwege.

Südostschweiz
Donnerstag, 16. Januar 2020, 04:30 Uhr WEF 2020
SCHWEIZ WEF DAVOS AUFBAU
Im Kongresszentrum in Davos werden sich Ende Januar Wirtschafts- und Politgrössen aus aller Welt treffen. Auch Klimaaktivisten möchten in Davos zugegen sein.
KEYSTONE

Das Kollektiv «Strike WEF» plant zu Beginn des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos einen Klimamarsch. Drei Tage lang wollen die Klimaaktivisten unterwegs sein und in drei Etappen von Landquart bis Schiers, von Schiers bis Klosters und zuletzt von Klosters nach Davos wandern. Am 9. Januar haben sie dafür bei den Bündner Behörden ein Gesuch eingereicht.

Die Regierung teilte am Mittwoch schliesslich mit, dass die Winterwanderung nur teilweise und unter Auflagen bewilligt werde. Da zwischen Klosters und Davos die Kantonsstrasse die einzige Verbindung zwischen Prättigau und Landwassertal sei, und diese Strasse auch als Rettungsachse fungiere, hätten die Behörden entschieden, keine Bewilligung für diesen letzten Streckenabschnitt zu erteilen. Ausserdem erwarte man an jenem Tag ein hohes Verkehrsaufkommen.

Alternativen werden gesucht

Man habe wenig Verständnis dafür, dass der rollende Verkehr an das WEF Vorrang geniesse, sagt das Kollektiv nun. Besonders, wenn man die Dringlichkeit der Klimakrise in Betracht ziehe. «Es ist schade», sagt deshalb Payal Parekh, Mediensprecherin von «Strike WEF» auf Anfrage von Radio Südostschweiz. «In der Verfassung steht, dass wir das Recht haben, zu demonstrieren. Schade, dass die Behörden den Anliegen der WEF-Teilnehmer eine höhere Priorität zuweisen als unseren.»

Das Kollektiv schaue nun, welche Optionen und Möglichkeiten ihnen sonst offen stünden. Auch einen Marsch über Wanderwege schliesse man nicht aus, denn das sei nicht Bewilligungspflichtig. «Die Sicherheit der Teilnehmer hat aber oberste Priorität. Momentan herrscht jedoch keine Lawinengefahr», so Parekh. «Wir sind kreativ. Aber natürlich respektieren wir die Behörden und sind auch weiterhin mit ihnen in Kontakt.»

Weiter erstaune es das Kollektiv, dass es in Davos für 3000 WEF-Teilnehmende, jedoch nur für 300 Klimagerechtigkeits-Aktivisten Platz habe. «Unsere breit abgestützte Bewegung soll offenbar davon abgehalten werden, zu Fuss und in grosser Zahl nach Davos zu gelangen. Diese Priorisierung und Ungleichbehandlung ist nicht nachvollziehbar», so Parekh.

Mehrere hundert Leute erwartet

Das Kollektiv geht davon aus, dass am Klimamarsch nach Davos mehrere Hundert Personen teilnehmen werden. «Die Wanderung stösst auf sehr grosses Interesse. An der Schlusskundgebung in Davos werden dann aber noch mehr Teilnehmer zugegen sein», sagt Parekh.

Eine Platzkundgebung auf dem Rathausplatz in Davos ist denn auch bewilligt, jedoch dürfen nur 300 Leute daran teilnehmen. Stattfinden soll sie am Dienstag um 13.15 Uhr. Demonstriert werden darf bis 15 Uhr. Danach haben bis 17 Uhr die Jungsozialisten (Juso) eine Bewilligung erhalten. Die Juso zeigten sich am Mittwoch empört darüber, dass die Teilnehmerzahl für die beiden Manifestationen auf 300 limitiert wurde. Ins gleiche Horn bliesen die Jungen Grünen. (so)

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Die Klima-Lobby muss sich Neben-/Umwege suchen, während der WEF-Mainstream auf dem WEF-Highway (to hell) overkillmotorisiert sich stauend wälzt mit grollenden Auspuffen (alias motorisierte "Schlange des Untergangs", vgl. Staustunden-Statistiken Schweiz): PRO Klima und PRO Luftkurort Davos COPD.
Das illustriert die Macht-Missverhältnisse bzw. was erst zur Krankheit von unserer Mutter (Erde) führte: Am falschen Ort investieren, und am richtigen Nichtstun:
https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Auch-die-Kantone-subventi…
Ich fordere: Keine Subventionen mehr fürs WEF und seine WEF-Luxustaxi-Helikopterflüge, beispielsweise ab Zürich oder Waffenplatzbasis Chur.

Danke, dass nur 300 bewilligt sind! Neben den Tausenden anderer Gäste reicht das vollkommen! Wir haben in Davos jetzt gerade Weihnachten/Neujahr als Einheimische überlebt, schon folgt der nächste Ansturm- auch wir wollen noch hier leben können! Wie heißt es? Mehr als zwei sind eine Gruppe, bei dreien ist schon einer zuviel!