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Daniel Rolla greift den Schlitten auf der Rennpiste bei den Hörnern

Dieses Wochenende steht der Skiort Braunwald ganz im Zeichen der grossen und markanten Holzschlitten.

Marco
Lüthi
Samstag, 01. Februar 2020, 04:30 Uhr Hornschlitten
Mit einem slowakischen Hornschlitten am Start: Daniel Rolla nimmt 2019 an einem Rennen in Jasna teil.
PRESSEBILD

Ursprünglich diente der Hornschlitten den Bergbauern zum Transportieren von Heu oder Holz. Weil aber Hornschlittenfahren ohne Last deutlich mehr Spass macht, veranstalten diverse Hornschlitten-Clubs in der Schweiz Rennen. Jenes in Braunwald findet dieses Wochenende bereits zum 34. Mal statt.

Hornschlittenfahren ist aber keineswegs nur etwas für eingefleischte Könner, wie Daniel Rolla sagt. Der Präsident des Hornschlitten-Clubs Braunwald hat vor 13 Jahren seine Faszination für Hornschlitten entdeckt.

Herr Rolla, kann eigentlich jeder bei einem Hornschlittenrennen mitmachen?

Ja, grundsätzlich schon. Denn es ist ein Rennen, bei dem hauptsächlich der Plausch am Hornschlittenfahren im Vordergrund steht. Wegen der Grösse und der Schwere des Schlittens ist das Fahren mit einem Hornschlitten aber nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Es braucht Mut, Köpfchen und deutlich mehr Kraft als auf einem gewöhnlichen Holzschlitten.

Durchaus auch etwas für die ganze Familie?

Auf jeden Fall. Im vergangenen Winter haben sich drei Familien bei uns gemeldet. Worauf wir ihnen dieses Erlebnis auf der Schlittelpiste in Braunwald ermöglicht haben. Für solche Anfragen steht einer unserer Club-Hornschlitten im Grotzenbüel bereit. Eine gute Gelegenheit für Spontanentschlossene bietet sich am Sonntag direkt im Anschluss an das Rennen.

Sie sagten, der Hornschlitten ist ein schweres Gerät und zugleich ein ideales Freizeitvergnügen für die ganze Familie. Für Kinder wohl erst ab einem gewissen Alter?

Stimmt. Idealerweise sollte ein Hornschlittenfahrer mindestens 15 Jahre alt sein.

Und ohne entsprechende Schutzausrüstung geht das bestimmt auch nicht.

Neben warmen Kleidern und Handschuhen braucht es in jedem Fall auch hohe Winterschuhe mit Profil und einen Skihelm. Ein Downhillhelm würde als Kopfschutz auch ausreichen.

Doch wie lenkt man denn einen Hornschlitten überhaupt?

Man ist jeweils zu zweit auf dem Hornschlitten unterwegs. Der eine lenkt, der andere bremst. Der Lenker drückt die Hörner jeweils mit Schwung in die gewünschte Fahrtrichtung. Der Bremser sitzt hinten mit den Beinen zum Hang. Oder er liegt rücklings und in Fahrtrichtung auf der Sitzfläche. Mit Gewicht verlagern hilft er auch beim Steuern. Es ist vergleichbar, wie wenn man zu zweit Töff fährt.

Haben Sie einen speziellen Trick?

Nein. Hornschlittenfahren ist intuitiv. Schon als Kind fuhr ich viel und regelmässig normale Schlitten. Vor rund 13 Jahren habe ich dann auf den Hornschlitten gewechselt. So habe ich schnell ein «Gspüri» dafür bekommen.

Wie viele Fahrten braucht es, um als Neuling ein «Gspüri» für den Hornschlitten zu bekommen?

Ich denke, so nach zwei bis drei Fahrten sollte es schon ganz gut klappen. Danach macht das Hornschlittenfahren erst richtig Spass. Aber vor allem auch müde. Denn der schwere Schlitten muss schliesslich wieder den Berg hinauf. Mancherorts geht das nur zu Fuss. In Braunwald hingegen passt ein Hornschlitten idealerweise in die gelben Gondeln der Gruppenumlaufbahn hinein.

Noch zum Schluss: Wie rasant kann eine Fahrt auf einem Hornschlitten werden?

Mit einem normalen «Buurä Schlittä», der für den täglichen Gebrauch ausgelegt ist, erreicht man Geschwindigkeiten bis zu 45 Stundenkilometern. Also in etwa gleich schnell wie mit einem gewöhnlichen Holzschlitten. Hingegen mit speziellen Rennschlitten – den «Flitzern» – werden in der Regel Geschwindigkeiten um die 75 Stundenkilometer erreicht. 2018 jedoch wurden in Braunwald 96 Kilometer pro Stunde gemessen – meines Wissens ein absoluter Rekord für die Schweiz.

Das Programm des 34. Hornschlittenrennens in Braunwald:
Samstag, 1. Februar: Schlittenrennen für jedermann. Start des Rennens ist um 14.30 Uhr. Von 19 bis 24 Uhr findet im Bergrestaurant «Chämistube» auf dem Grotzenbüel der «Horä-Abed» statt mit Musik und Tombola.
Sonntag, 2. Februar: Hornschlittenrennen in den Kategorien Flitzer-Schlittä (Rennschlitten), Buurä-Schlittä (Original-Hornschlitten) und Sujet-Schlittä. Bei Letzterer gibt es keine Zeitmessung, es gewinnt das originellste Sujet. Start des Rennens ist um 10.30 Uhr. (red)

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