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Umbuchungen und Notfallteam - aber auch Gelassenheit

Hände waschen und Abstand halten: Welche Massnahmen Bündner Firmen ergreifen und was sie ihren Mitarbeitern empfehlen.

Südostschweiz
Donnerstag, 27. Februar 2020, 04:30 Uhr Coronavirus
Norovirus
Viele Bündner Unternehmen vertrauen auf die vom Bundesamt für Gesundheit empfohlenen Massnahmen.
ARCHIVBILD

Das Coronavirus ist dicht an die Bündner Grenze herangerückt. Unternehmen im Kanton zeigen sich zwar noch gelassen – das Virus beschäftigt aber viele Betriebe, und die Mitarbeiter werden für Hygienemassnahmen sensibilisiert. Etwa bei der Rhätischen Bahn und der Bus und Service AG, die den Chur Bus und den Engadin Bus betreibt. Beide halten sich an die Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Dieses empfiehlt auf seiner Website nach wie vor regelmässiges Händewaschen mit Seife und Wasser oder einem alkoholischen Handabrieb sowie das Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.

Die Bus und Service AG informiert laut Mediensprecherin Andrea Wuchner laufend über die Entwicklung und die empfohlenen Vorbeugemassnahmen. Hygiene wird aber auch sonst grossgeschrieben. «Unseren Mitarbeitern im Kundenkontakt geben wir jeweils in der Wintersaison, auf Wunsch auch das ganze Jahr Desinfektionsmittel ab», so Wuchner. Zudem weist das Unternehmen zurzeit auf Zurückhaltung bei direktem Körperkontakt hin.

Auch im Restaurant «Calanda» in Chur gibt das Virus zu reden. Eine Schliessung des Lokals sei natürlich kein Thema, erklärt Carmen Cappellini. Die Situation werde aber beobachtet. «Die Desinfektion ist in der Gastrobranche ohnehin sehr präsent, und die Mitarbeiter sind bereits sensibilisiert», so Cappellini.

Desinfektion im Hallenbad

Bei mehreren befragten Unternehmen wurden zusätzliche Desinfektionsspender aufgestellt, so auch im Hallenbad Obere Au in Chur. Dieses geht sogar noch einen Schritt weiter: «Wir desinfizieren unsere Türgriffe und Spintschlüssel alle drei Stunden», sagt Mediensprecher Sandro Staub. Die Duschen werden mehrmals täglich gereinigt. Bei den Schwimmbecken müsse aber nichts verändert werden, denn die hohen Auflagen des Kantons zum pH-Wert des Wassers würden ohnehin befolgt. Das Chlor tötet alle Keime ab, wie Staub weiter sagt.

Die ÖKK hat ihren Mitarbeitern ebenfalls Empfehlungen abgegeben. «Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir allerdings keinen Grund, weitere Vorkehrungen zu treffen, die über die empfohlenen Vorsichts- und Hygienemassnahmen hinausgehen», so Sprecherin Annina Streun.

Auf eine weitere Ausbreitung des Virus bereitet sich die Graubündner Kantonalbank vor. «Wir treffen Vorkehrungen, damit der Bankbetrieb aufrechterhalten werden kann, falls die Situation eintreten sollte, dass die Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten können», sagt Mediensprecherin Nadja Maurer.

Umbuchungen wegen Virus

Für das Personal der Globetrotter-Filiale in Chur gelten im Moment keine strengeren Vorschriften, sagt Sandra Studer von der Medienstelle des Reisebüros. «Wir sehen das entspannt. Unsere Kunden reagieren wie wahrscheinlich auch anderenorts», so Studer auf Anfrage. Aktuell seien die Neubuchungen für Asien sehr tief. Viele Kunden würden auf Afrika oder Südamerika ausweichen und entsprechend umbuchen. Dies vorwiegend für die Sommerferien, denn Globetrotter sei weniger Europaaffin, Frühlings- und Osterferien würden nicht bei Globetrotter gebrucht.

Ein Desinfektionsmittelspender bei Somedia.

Notfallteam bei der FH Graubünden

Überwacht wird die Situation bei der FH Graubünden. Bereits Anfang Monat wurde eine Meldung mit Empfehlungen im Umgang mit dem Coronavirus im Intranet publiziert. Die Hochschule hat ein Notfallteam eingesetzt, schreibt Rektor Jürg Kessler in einer internen E-Mail. Darin bittet der Rektor alle Angehörigen der Fachhochschule, die sich kürzlich in einem betroffenen Gebiet mit hohen Infektionszahlen aufgehalten haben, sich umgehend beim zu melden. Das Notfallteam koordiniert Informationen und allfällige weitere Schritte in Absprache mit den kantonalen Gesundheitsbehörden.

Und auch bei Somedia ist das Virus ein Thema. Wie Personalleiter Gianni Camenisch auf Anfrage erklärt. Informationen und Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit zu Hygienemassnahmen während der Grippesaison wurden wie jedes Jahr auch heuer verteilt. «Speziell sei derzeit einzig, dass der Hausdienst die zahlreichen Desinfektionsmittel-Dispenser verstärkt kontrolliert und auffüllt und den Nachschub des Mittels sicherstellt», so Camenisch weiter. Zudem werde die Situation laufend beobachtet, besprochen, situativ beurteilt, und gegebenenfalls die Mitarbeitenden erneut informiert. Interne wie externe Fragen gibt es laut Camenisch derzeit nur vereinzelt.

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