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«Wir winden unseren Fahrgästen ein Kränzchen»

Wer bis jetzt im öffentlichen Verkehr eine Maske trug, wurde von anderen Fahrgästen gemustert. Nach Einführung der Maskenpflicht wird mit Argusaugen beobachtet, wer keine trägt. Und das scheinen wenige zu sein, wie die Bündner Transportunternehmen sagen.

Südostschweiz
Montag, 06. Juli 2020, 18:18 Uhr Tag 1 der Maskenpflicht
Lauter Masken auf dem Perron am Bahnhof Chur am ersten Tag der Maskentragpflicht.
ANDRI NAY

Wer in der Schweiz im öffentlichen Verkehr unterwegs ist, hat seit Montag eine Maske zu tragen. Wer keine Maske trägt, wird vom Personal darauf hingewiesen. Im Vorfeld sorgte diese Handhabung auch in den sozialen Medien für Gesprächsstoff.

Wir haben bei verschiedenen Transportunternehmen nachgefragt, welches Fazit sie nach dem ersten Tag der Maskentragpflicht ziehen:

Rhätische Bahn RhB:

«Die Leuten hielten sich sehr diszipliniert an die neue Vorschrift und unsere Zugbegleiter mussten nur vereinzelt Fahrgäste auf die Maskentragpflicht hinweisen und es wurde in praktisch allen Fällen Folge geleistet», sagt Yvonne Dünser, Mediensprecherin der RhB.

Chur Bus

«Wir ziehen ein sehr positives Fazit. Wir sind erfreut, wie gut sich die Fahrgäste den neuen Umständen angepasst haben. Einzig im Engadin waren vereinzelt Fahrgäste verwundert, weshalb der Buschauffeur keine Maske getragen hat. Dort mussten wir informieren, dass die Branche vorgegeben hat, dass es für den Fahrer keine Maskentragpflicht gibt, dafür die erste Sitzreihe abgesperrt werden muss, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann», sagt Unternehmensleiter Ralf Kollegger von der Bus und Service AG. 

Kollegger weist darauf hin, dass der Fahrer eine Maske anzieht, wenn der Mindestabstand (beispielsweise beim Billetverkauf) nicht mehr gegeben ist. Nach wie vor sollen Fahrgäste wenn immer möglich, Tickets im Vornherein online lösen, empfiehlt Kollegger.

Wenn jemand keine Maske trage, werde der Chauffeur den Fahrgast darauf hinweisen. «Aber eine Polizisten-Funktion oder entsprechende Kompetenzen hat der Chaffeur nicht», führt Kollegger fort. Die sei am ersten Tag der Maskentragpflicht auch nicht gefragt gewesen.

PostAuto

«Ohne Maskenpflicht haben rund fünf Prozent unserer Fahrgäste freiwillig eine Maske getragen – jetzt sind es höchstens fünf Prozent, die keine tragen», sagt PostAuto-Mediensprecherin Katharina Merkel erfreut am Telefon. «Wir winden unseren Fahrgästen ein Kränzchen», ergänzt sie. 

Bezüglich der Maskentragpflicht für Chauffeure hat auch PostAuto ähnliche Erfahrungen gemacht wie Chur Bus. Gegenüber ihrem Vorredner hält Katharina Merkle ergänzend fest, dass die Maskenpflicht auch aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht für Chauffeure gilt.

«Die Fahrer müssen ihren Bus sicher fahren können und wenn manchmal die Brille beschlägt, wäre das nicht im Sinne der Verkehrssicherheit», sagt Merkle abschliessend. (bae)

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Wunderbar :-) :-) wie die Mediensprecher aus verschiedensten Transportunternehmen wieder alles schönreden. Ich arbeite im öv- unternehmen und kann sagen dass der grösste Teil zwar eine Maske trägt aber es zu Auseinandersetzungen und sogar Handgreiflichkeiten kommt, wenn der Fahrgast vom Personal darauf aufmerksam gemacht wird seine Maske aufzusetzen. Es zeigt sich wieder Mal, dass niemand aus dem Büro weiss was draussen abgeht!!! Es ist nun Vorschrift also wird dem Folge geleistet und zwar gilt das für alle ÖV Nutzer !!!
Man könnte meinen es sei das schlimmste von der Welt.

Gute Frage, Herr Huber, warum zahlen wir die hohen Krankenkassenprämien?

Antworten:

1) Die zahlen wir, damit wir punkto Ursachenbehandlung (Vorbeugung) zur Besinnung kommen - was aber immer und immer noch nicht der Fall zu sein scheint. Alle Warnsymptome wie Umweltvergiftung, Klima, Artensterben, Stress, Dauerlärm indoor und outdoor (vermeidbar, ich weiss wie; ein Lärmexperte im Beobachter auf die Frage, wie das gemacht werden könne: «Eine oft gestellte Frage. Eine befriedigende Antwort habe ich aber noch nie gefunden.»), Zivilisationskrankheiten (die Wildtiere unkultiviert finden mögen) gehen tendenziell durch die Decke statt zu turnarounden.

Zauberwort: Lebensstil

Siehe meinen Kommentar:

https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-07-10/gross-imposant-u…

2) Die Prämien würden nur noch höher, würden die Kassen die Masken bezahlen.

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