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Das erste Bündner Kulturförderungskonzept steht

Die Ziele und Schwerpunkte der kantonalen Kulturpolitik der kommenden Jahre stehen fest. Die Regierung hat die Botschaft zum Kulturförderungskonzept verabschiedet. Als nächstes wird das Bündner Parlament darüber befinden.

Südostschweiz
Donnerstag, 06. Februar 2020, 12:18 Uhr Mit drei Hauptpunkten
Das Podium zur Kulturförderung in Graubünden in der Postremise in Chur vor rund zwei Jahren.
Olivia AEBLI-ITEM

Wie soll die Kultur in Graubünden in Zukunft gefördert, gepflegt und vermittelt werden? Diese Fragen beantwortet zum ersten Mal ein Papier: Das erste Kulturförderungskonzept für den Kanton Graubünden. Es legt die Ziele und Schwerpunkte der kantonalen Kulturpolitik für die Jahre 2021 bis 2024 fest und formuliert ausserdem die Massnahmen, mit denen diese erreicht werden sollen.

Die Bündner Regierung hat nun die Botschaft zum Kulturförderungskonzept zuhanden des Grossen Rats verabschiedet, wie es in einer Mitteilung heisst. Das Bündner Parlament wird in der Aprilsession darüber befinden.

Drei Hauptförderpunkte

Bei der zukünftigen Kulturförderung setzt der Kanton laut Botschaft auf drei Schwerpunkte. Beim ersten Punkt möchte er «die kulturelle Teilhabe aller Bevölkerungskreise» stärken. Die Bündner Kultur soll also möglichst allen Kreisen der Bevölkerung zugänglich gemacht werden – unabhängig von Herkunft, Bildungsstand und Geschlecht. Vor allem auch Kindern und Jugendlichen.

In einem weiteren Punkt will der Kanton die sprachliche und regionale Vielfalt im Kulturschaffen stärken. Dies unter anderem auch, weil ein vitales Kulturleben regionale und dezentrale Lebensräume attraktiver mache, heisst es. Es wirke der Abwanderung entgegen und ziehe Zuwanderer an.

In einem dritten Punkt möchte der Kanton Graubünden die Produktionsbedingungen für das Kulturschaffen fördern. Handlungsbedarf besteht laut Botschaft bei der Planungssicherheit für Künstler und Institutionen, bei der Finanzierung notwendiger Infrastruktur und bei der Strukturierung der Förderung des Filmschaffens.

Alles in allem ist die Auslegeordnung in der Botschaft ausführlich und detailliert ausgefallen. Dies, weil bislang keine Jahresberichte zur Kulturförderung im Kanton vorlagen, wie es heisst. Die erarbeitete Dokumentation findet sich zusammengefasst im Botschaftstext, der hier abrufbar ist.

Seit Jahren in der Mache

Das Kulturförderungskonzept wurde im Rahmen des Kulturförderungsgesetzes erarbeitet. 2017 hat der Grosse Rat das neue Gesetz verabschiedet, das den Zweck und die Ziele der kantonalen Kulturpolitik formuliert. Im Januar vor zwei Jahren ist es in Kraft getreten. Es hält fest, dass der Grosse Rat auf Antrag der Regierung alle vier Jahre das umfassende Konzept beschliesst. Das erste liegt nun vor.

Erarbeitet wurde es unter Einbezug der kulturellen Organisationen Graubündens und der Kulturkommission von Frühling 2018 bis Spätherbst 2019. (rac)

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SO schreibt:
Wie soll die Kultur in Graubünden in Zukunft gefördert, gepflegt und vermittelt werden?
1. Teilhabe
2. Diversität
3. Planungssicherheit
Ich schreibe:
Was ist Kultur?
Alles man-made. Also alles, was es ohne Menschen nicht gäbe. (Das Gegenteil wäre ein gesunder Planet.)
Was ist Kultur in GR?
https://oktoberfest-chur.webnode.com/
► Dass in vielen Mehrfamilienhäusern einen x-mal täglich Wohnungstürzuknallen etc. erschüttert (das als Abruptlärm 1. am gesundheitsschädlichsten ist, und das 2. gesetzlich verboten ist): würde das die Kommission werten das Kultur, Unkultur oder Neandertaler? Würden Sie bitte kultivierter- und weiserweise Fördergelder für die Türen-zumachen-kultur sprechen?
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2020-01-13/regierung-bestaetigt-s…
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2020-01-24/schiesslaerm-in-chur-u…
►Nicht-nachhaltig (nicht-zukunftsträchtig) finde ich Strassenbau (immer NOCH mehr), 5G, Overkillzivilisation. Sondern Gesundheit, siehe Prototyp «Gesundheitstourismus auch für Einheimische – Vorbild für die Welt», um so die Gegenbewegung (idealerweise Systemwechsel) bzw. Turnaround zu initiieren.
Kulturförderung gibt es in GR schon lange:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/kanton-foerdert-diverse-kulturtou…
aber ich finde das strategisch falsch.

Wolfgang Reuss
13.11.2019 - 18:40 Uhr
Liebes Publikum,
haben Sie das richtig gelesen?
1) Der "Milestone-Oscar" ist eine brancheninterne Promotion (vom Bund subventioniert) zwecks Abilene-Paradox, sprich: Sie sollen glauben es sei toll, weil die Anbieter das als toll deklarieren.
2) Sind es böse oder objektive (Bären-)Zungen, die behauptet, dass ein Oscar, für den ein paar Bären genügen, das Niveau des Oscars oder des Tourismuswertes von Graubünden widerspiegeln? Es sei an dieser Stelle wieder mal daran erinnert, dass GRF selbst auf seiner Homepage wirbt für einen "autofreien Ort" in GR, während Schweiz Tourismus zwar deren elf in der Schweiz listet, aber null in GR. Why? Ich fragte Schweiz Tourismus. Antwort: Weil der Ort in GR nicht den Ansprüchen von Schweiz Tourismus genüge, sprich: GR sei unter deren Niveau.
Mein Fazit:
Lieber Qualität statt Selbstlob.