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Zwei Drittel besetzte Sitzplätze: Der HCD darf aufatmen

Am Mittwoch hat der Bundesrat entschieden, unter welchen Bedingungen ab dem 1. Oktober Sportveranstaltungen vor mehr als 1000 Zuschauern wieder erlaubt sind. Die Auflagen sind weniger rigoros, als von den Klubs zuletzt befürchtet.

Südostschweiz
Mittwoch, 02. September 2020, 16:39 Uhr Eishockey
In Davos dürfen ab Saisonstart im Oktober zwei Drittel der Sitzplätze besetzt werden.
KEYSTONE

Vor drei Wochen hat der Bundesrat entschieden, dass ab dem 1. Oktober Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern grundsätzlich wieder erlaubt. «Es liegt nun an uns, ein gutes Konzept auszuarbeiten, damit wir dann eine gewisse Anzahl Leute ins Stadion lassen dürfen», hatte HCD-Geschäftsführer Marc Gianola damals gesagt.

Die Lobby-Arbeit der Klubs hat nun tatsächlich Früchte getragen. Wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte, gelten für Grossveranstaltungen ab 1. Oktober folgende Regeln – es sind schweizweit für die Fussball- und Eishockey-Profiligen dieselben:

  • Nur Sitzplätze
  • Maximal zwei Drittel der Sitzplätze besetzt
  • Maskenpflicht
  • Keine Platzkontingente für Gästefans
  • Konsumation nur sitzend

Es sind Auflagen, die nicht so streng sind, wie von den Klubvertretern zuletzt befürchtet. Als häufigstes Szenario war eine 50-Prozent-Auslastung der Sitzplatzkapazität bei Eishockeyspielen gemalt worden. Unter diesen Voraussetzungen wären weitere finanzielle Defizite für die Schweizer Eishockeyklubs kaum abzuwenden gewesen.

«Unsere Verluste werden dadurch viel kleiner sein, als wir befürchten mussten.»

Gianola nimmt den Bundesratsentscheid vom Mittwochnachmittag denn auch erfreut zur Kenntnis. «Unsere Verluste werden dadurch viel kleiner sein, als wir befürchten mussten», sagt der ehemalige Verteidiger gegenüber der Südostschweiz-Sportredaktion. Der Unterschied zu nur 50 Prozent besetzten Sitzplätzen mache im Davoser Eisstadion etwa 1000 Personen aus, rechnet Gianola vor. Insgesamt könne der HCD zwischen 3500 und 4000 Zuschauer ins Stadion lassen. Vergangene Saison besuchten im Durchschnitt 4444 Personen die Heimspiele der Bündner. Für die kommende Saison rechnet Gianola mit einem Verlust von 3 Millionen Franken. Ziel sei es aber, «diese Verluste noch irgendwie wettzumachen.»

Auch wenn die Regeln für Fussball und Eishockey schweizweit gelten, sind es im Einzelfall die kantonalen Behörden, die über die erlaubte Auslastung der Stadien entscheiden. Sie können Bewilligungen widerrufen oder einschränkende Auflagen verfügen, wenn die epidemiologische Lage es in der Region verlangt.

Für alle anderen Sport-Grossveranstaltungen gelten ebenfalls strikte Richtlinien. Die Personenströme müssen klar geregelt werden und mit wenigen Ausnahmen gilt auch an jenen Anlässen eine Sitzplatzpflicht. Bei Freiluftveranstaltungen wie Ski-, Langlauf- oder Radrennen können die Kantone unter Umständen Stehplätze zulassen. (krt/sda)

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