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Frauen arbeiten zwei Monate länger

Erst am 22. Februar haben Frauen gleichviel Lohn auf dem Konto, wie ihn Männer für dieselbe Arbeit schon Ende des vergangenen Jahres erhalten. Ein Anlass in Glarus thematisiert das Problem.

Südostschweiz
Mittwoch, 19. Februar 2020, 04:30 Uhr Lohngleichheit
Gleicher Lohn: Schon eine Forderung am Frauenstreik letztes Jahr.
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Am 22. Februar ist Equal Pay Day. Dieser markiert den Tag im Jahr, an dem die Frauen denselben Lohn im Portemonnaie haben, wie ihn Männer in gleicher Position und gleicher Funktion bereits am Ende des Vorjahres verdient haben. Und da sich in puncto Lohngleichheit nicht wirklich viel getan hat, fällt er wiederum auf einen 22. Februar. Die Gemeinden bekennen aber Farbe und machen in einer Medienmitteilung auf diese Ungleichheit aufmerksam.

Film zum Thema – mit Apéro

Laut dieser zeigt die Gleichstellungskommission des Kantons Glarus am Donnerstag, 20. Februar, um 19 Uhr, in der Landesbibliothek Glarus, den Spielfilm «Die Berufung». Dieser handelt von den frühen Erlebnissen der berühmten amerikanischen Juristin Ruth Bader Ginsburg. Anschliessend lädt die Gleichstellungskommission die Anwesenden zu einem Austausch mit Apéro ein.

Die Lohnunterschiede haben verschiedene Ursachen. Eine Lohndiskriminierung im Sinne des Gleichstellungsgesetzes liegt dann vor, wenn Frauen und Männer bei demselben Arbeitgeber für gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt werden.

Generell gilt: Je höher die Anforderungen der Stelle, desto höher ist auch der Unterschied zwischen Frauen- und Männerlöhnen. Bei Berufen mit hohem Verantwortungsniveau beträgt der Lohnunterschied 22 Prozent, im Schnitt aller Jobs sind es 15 Prozent.

Die Verpflichtung aller Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zur Lohngleichheitsanalyse ab 2021 sei daher ein begrüssenswerter Schritt auf dem Weg zur Lohngleichheit, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig biete sie den durchführenden Firmen eine Stärkung ihrer Verhandlungsposition bei der Suche nach Fachkräften.

Die Erklärungen für die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau sind vielfältig. Die These, dass Frauen schon im Hinblick auf eine Familiengründung von Beginn weg familienfreundliche Jobs wählen, seien von neuesten Studien widerlegt worden, heisst es weiter. Der unerklärliche Lohnunterschied betrage etwa fünf Prozent. Das bedeute, dass Frauen ungefähr einen halben Monatslohn weniger verdienen als Männer. (mitg)

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