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Continental schickt 30'000 Mitarbeiter nach Hause

Der deutsche Autozulieferer Continental schickt wegen der Corona-Krise zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit und kassiert seinen Ausblick. Das Geschäft befindet sich auf Talfahrt.

Agentur
sda
Mittwoch, 01. April 2020, 10:11 Uhr Hamburg
Der deutsche Autozulieferer Continental schickt wegen der Corona-Krise zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit und kassiert seinen Ausblick. (Archiv)
Der deutsche Autozulieferer Continental schickt wegen der Corona-Krise zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit und kassiert seinen Ausblick. (Archiv)
KEYSTONE/EPA/FOCKE STRANGMANN

Die Einschränkungen der Behörden zur Eindämmung der Pandemie sowie Produktionsstopps und Einsparungen bei Kunden und Lieferanten hätten bei Continental zu erheblichen Einbussen geführt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Wegen der andauernden Unsicherheit sei nicht absehbar, wann ein neuer Ausblick gegeben werden könne. Weltweit stünden mehr als 40 Prozent der knapp 250 Produktionsstandorte vorübergehend still.

«In Krisenphasen ist finanzielle Liquidität das oberste Gebot», erklärte Konzernchef Elmar Degenhart. «Dafür senken wir unsere Kosten, optimieren unser Betriebskapital und verschieben nicht dringend erforderliche Projekte und Investitionen bis auf Weiteres.» Wichtige Entwicklungsprojekte und Vorbereitungen für Serienanläufe würden jedoch weiter vorangetrieben.

Um die Liquidität zu sichern, ergreife der Konzern zahlreiche Massnahmen. Dazu gehöre eine Anpassung der Arbeitszeit sowie der Lohn- und Gehaltskosten. Per 1. April sei für rund 30'000 Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit angemeldet worden, etwa die Hälfte der hiesigen Belegschaft. Vorstand und Führungskräfte verzichten im April auf zehn Prozent ihres Gehalts.

Betriebsgewinn eingebrochen

Im ersten Quartal zeigte der Stillstand in der Autoindustrie deutliche Bremsspuren im Geschäft: Der Konzernumsatz habe ersten Schätzungen zufolge zwischen 9,4 und 9,8 Milliarden Euro gelegen, die bereinigte operative Rendite fiel auf zwei bis drei Prozent nach 8,1 Prozent im Vorjahr. Vor einem Jahr hatte Conti noch 11 Milliarden Euro Umsatz gemacht.

Erst Anfang März hatte der Vorstand angesichts der Corona-Krise eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Konkrete Massnahmen werden im Mai erwartet.

Conti zeigte sich zuversichtlich, die Krise zu meistern. Der Konzern habe Ende Februar über liquide Mittel von rund 2,3 Milliarden Euro und zugesagte ungenutzte Kreditlinie von rund 4,6 Milliarden Euro verfügt. «Wir sind stark und bleiben zuversichtlich», erklärte Degenhart. Conti sei bilanziell gut aufgestellt.

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