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VW-Chef fürchtet Wegfall von mehr Stellen bei schärferen CO2-Zielen

Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt vor einem grösseren Stellenabbau in der Autoindustrie bei einer Verschärfung der CO2-Richtlinien durch die EU-Kommission. Dies machte der Manager in einem Interview mit der «Welt am Sonntag» klar.

Agentur
sda
Sonntag, 20. September 2020, 00:19 Uhr Frankfurt
Der Chef des deutschen VW-Konzerns Herbert Diess warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie, falls die EU-Klimaziele noch weiter verschärft würden. (Archivbild)
Der Chef des deutschen VW-Konzerns Herbert Diess warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie, falls die EU-Klimaziele noch weiter verschärft würden. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/Swen Pfoertner

«Eine schnellere Transformation bedeutet auch, dass mehr Arbeitsplätze und ganze Firmen in bestimmten Bereichen unter Druck geraten oder verloren gehen», erklärte Diess. Für den Volkswagen-Konzern sei ein schnelleres Tempo zu einer CO2-neutralen Mobilität zu schaffen. «Ob es für die gesamte Branche machbar wäre, muss man diskutieren - mit den Zulieferern und der Politik.»

Der schnellere Wandel in der Autoindustrie könne aber nur gelingen, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffe, hiess es weiter. «So lange der Dieselpreis bei nur einem Euro pro Liter auf einem langjährigen Tiefpunkt liegt, wird das schwierig.»

Die Autoindustrie steht derzeit unter grossem Druck durch die kostspielige Produktionsumstellung auf Elektroautos und den Geschäftseinbruch aufgrund der Coronavirus-Krise. Nach einem am Mittwoch vorgestellten Plan der EU-Kommission muss die europäische Autoindustrie den CO2-Ausstoss voraussichtlich noch stärker als bisher vorgesehen senken. So will die EU-Kommission im kommenden Jahr vorschlagen, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2021 zu reduzieren, statt der früher beschlossenen Reduktion um 37,5 Prozent.

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