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Coronakrise brockt Boeing weiteren Quartalsverlust ein

Der US-Flugzeugbauer Boeing ist in der Coronakrise im dritten Quartal nicht so tief in die roten Zahlen geraten wie befürchtet. Wegen der tieferen Auslieferungen und des Flugverbots für den Jet 737 Max stand unter dem Strich ein Verlust von 466 Millionen US-Dollar.

Agentur
sda
Mittwoch, 28. Oktober 2020, 14:25 Uhr Chicago
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat wegen der Coronakrise und dem Flugverbot für den Jet 737 Max im dritten Quartal unter dem Strich ein Verlust von 466 Millionen US-Dollar erlitten. Im Bild gegroundete 737 Max. (Archivbild)
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat wegen der Coronakrise und dem Flugverbot für den Jet 737 Max im dritten Quartal unter dem Strich ein Verlust von 466 Millionen US-Dollar erlitten. Im Bild gegroundete 737 Max. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/GARY HE

Dies teilte das US-Unternehmen am Mittwoch mit. Im Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen einem Gewinn von fast 1,2 Milliarden Dollar eingeflogen. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Minus gerechnet. Im zweiten Quartal hatte sich der Verlust sogar auf 2,4 Milliarden Dollar summiert.

Im dritten Quartal brach Boeings Umsatz im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar ein, nachdem der Konzern schon im Vorjahreszeitraum keine Jets der 737-Max-Reihe hatte ausliefern dürfen.

Nach zwei Flugzeugabstürzen mit hunderten Toten müssen die Maschinen seit März 2019 am Boden bleiben. Das Management um Boeing-Chef Dave Calhoun hofft darauf, dass die Luftfahrtbehörden das Startverbot bald aufheben und sieht weitere Fortschritte auf dem Weg zur Wiederzulassung.

Abbau von tausenden Stellen

Boeing plant nun einen weiteren Kahlschlag beim Personal. Konzern Calhoun teilte in einem Memo an die Belegschaft mit, dass die Mitarbeiterzahl bis Ende nächsten Jahres auf rund 130 000 reduziert werden dürfte. Anfang 2020 hatte Boeing noch ungefähr 160 000 Beschäftigte.

Der stark unter der Coronakrise und dem Debakel um den Unglücksjet 737 Max leidende Konzern hatte in den Vorquartalen bereits drastische Stellenstreichungen angekündigt. Zunächst war die Rede von 10 Prozent der Belegschaft, vor drei Monaten hiess es dann, dass bis zum Jahresende rund 19 000 Mitarbeiter den Konzern verlassen würden. Damals warnte Calhoun bereits vor möglichen weiteren Einschnitten.

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