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«Cocktail an Pestiziden in Schweizer Flüssen»

Forscher der Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) haben 2012 in fünf Flüssen Pestizidbelastungs-Messungen durchgeführt:

Südostschweiz
Dienstag, 05. August 2014, 02:00 Uhr

in der Salmsacher Aach im Kanton Thurgau, im Furtbach (Zürich), in der Surb (Aargau), im Limpach (Solothurn) und in der Mentue (Waadt). «Schweizer Fliessgewässer enthalten einen ganzen Cocktail an Pestiziden», schrieb das Eawag in einer Mitteilung in diesem Frühjahr. Von rund 300 zugelassenen und analytisch nachweisbaren Wirkstoffen wurden 104 in den Flüssen gefunden, 82 davon waren reine Pflanzenschutzmittel. Davon haben 31 den in der Gewässerschutzverordnung festgelegten Maximalgrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter überschritten. In Einzelfällen wurde eine Konzentration von über einem Mikrogramm pro Liter gemessen. «Eine Beeinträchtigung von Organismen in den Gewässern kann nicht ausgeschlossen werden», schrieb das Eawag und führte an, dass ein Grossteil der Pestizidbelastung den Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft zuzuschreiben seien. In der Schweiz sind über 500 Pestizide zugelassen.

Die EU hat mit einer Verordnung eine Verschärfung der Zulassungsvorschriften für Pflanzenschutz-Wirkstoffe beschlossen. Mit definierten Cut-off-Kriterien (Ausschlusskriterien) sollen künftig Substanzen allein aufgrund ihrer Stoffeigenschaften von einer Zulassung als Pflanzenschutzmittel ausgeschlossen werden – und nicht auf Basis einer praxisorientierten Risikobewertung. Aus Sicht von WWF wäre diese Praxis auch für die Schweiz «ein Fortschritt». (rit)

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