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Der Maikäfer ist bereits geflogen

Der Maikäfer ist bereits geflogen

Immer im Mai taucht der Maikäfer auf. In manchen Jahren stärker und in manchen gar nicht. Dieses Jahr ist ein Flugjahr, dessen Flugroute grosse Teile Graubündens abdeckt. Für die betroffenen Regionen bedeutet das herumschwirrende Maikäfer – und ein erneuter Startschuss im Kampf gegen die Engerlinge.

27.05.20 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
2020 war ein Berner Flugjahr.
PIXABAY

Im Mai, wenn die Bäume nach den langen Wintermonaten wieder in voller Pracht ihr Laubgewand präsentieren, freut sich auch die Tierwelt. Insbesondere der Maikäfer, der sich von Eichen- und Buchenblättern und Lärchennadeln ernährt. Dann, wenn aus den Engerlingen im Boden nach drei Jahren Maikäfer werden und diese losfliegen, bleiben die ein bis drei Zentimeter grossen Käfer nicht unentdeckt. Dieses Jahr ist wieder ein sogenanntes Flugjahr.

Flächenmässig grösstes Flugjahr

Es gibt drei Flugjahre, wobei 2020 das grosse Berner Flugjahr war. Somit sind gemäss der Flugroute Nord- und Mittelbünden, das Prättigau, Trin und die Südtäler stark von den Maikäfern betroffen. «Je nach Wetterverhältnissen und Region kann die Anzahl der Maikäfer unterschiedlich ausfallen», sagt der Direktor des Bündner Naturmuseums, Ueli Rehsteiner. Dieses Jahr gab es im Prättigau und am Heinzenberg besonders viele Maikäfer, wie Gian Andrea Hartmann, Lehrer für Futterbau am Plantahof, sagt. «Es gibt aber Regionen, in denen sie vor drei Jahren stärker geflogen sind», so Hartmann. Das Berner Flugjahr sei nebst dem Urner Jahr flächenmässig das grösste in Graubünden.

Auswirkungen schon dieses Jahr spürbar

Wenn die Maikäfer ausgeflogen sind und sich von Laubblättern ernähren, sind sie eine weniger grosse Plage als ihre Larven, die Engerlinge. Diese ernähren sich von den Pflanzenwurzeln im Boden und können so ganze Wiesen zerstören. Auch im Flugjahr sind die Larven bereits wieder eine Plage, denn «bald legen die Maikäfer Eier in die Böden. Dann schlüpfen die Larven, die bereits Ende Sommer und in den Herbst hinein Pflanzenwurzeln fressen. Die Auswirkungen der Engerlinge wird man also auch schon dieses Jahr spüren», sagt Hartmann.

Pilz gegen Engerling

Um die Engerlinge zu bekämpfen und die Wiesen zu retten wird eine biologische Methode, der Beauveria-Pilz, eingesetzt. «In den letzten Jahren wurde die biologische Bekämpfung mit dem Pilz vorangetrieben. Je nachdem wie gross die Schäden sind, wird der Pilz öfters eingesetzt», erklärt Hartmann.

Wer den Käfern noch nicht begegnet ist, wird es wohl auch nicht mehr, denn laut Rehsteiner dauerte die Flugzeit bis Ende Mai. Und: «In der Region Chur ist der Maikäfer schon eher ein Aprilkäfer, da er bereits Mitte April losfliegt.»

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