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Das Bibbern vor dem Biber

Das Bibbern vor dem Biber

Sobald an einem Gewässer ein angenagter Baumstamm entdeckt wird, herrscht Alarmstufe rot: Die Biber sind da! Die Nager können vor allem in der Landwirtschaft grosse Schäden anrichten. Schutz davor gibt es zwar, aber der ist nicht immer leicht umzusetzen.

Tobias
Soraperra
vor 2 Monate in
Aus dem Leben
Diese Spuren auf der Strecke zwischen Felsberg und Domat/Ems dokumentieren die Nahrungsbeschaffung eines Bibers.
LESERBILD

Das Leserfoto zeigt einen abgeknickten Baum zwischen Felsberg und Domat/Ems, - direkt am Fluss. Diesen Schaden habe  eindeutig ein Biber angerichtet, schreibt der Leser dazu. Laut Andrea Baumann, Mitarbeiter beim Amt für Jagd und Fischerei, handelt es sich dabei aber keinesfalls um einen Schaden, sondern vielmehr um eine Spur, welche ein Biber bei der Nahrungsbeschaffung hinterlassen hat.

Landschaft prägt Verbreitungsgebiet

Wie viele Biber es überhaupt im Kanton gibt, ist unklar. «Wir gehen von etwa 30 Biber aus.» Diese seien quer über den ganzen Kanton verteilt. Primär kommen sie im Alpenrheingebiet vor, wie Baumann ausführt. Daneben gebe es aber auch Populationen im Oberengadin und im Prättigau. «Auch in Trun gab es vor einigen Jahren nachweise», so Baumann. In diesen Gebieten finde der Biber die optimale Lebensweise. Besonders die Baumarten bestimmen das Verbreitungsgebiet gemäss Baumann sehr stark. «Für den Biber wichtig ist die Nahrungsgrundlage. Er hat gerne Weichholz wie Weiden, Pappeln und Eschen.» Dies benötig ein Biber vor allem im Winter. Im Sommer kann er sich auch nur von Kräutern und Gras und sonstigen Pflanzen auf den Feldern ernähren.

Regionale Lösungen sind gefragt

Für den Bau seiner Dämme benötigt der Biber eine gewisse Wassertiefe. «Diese braucht er zum Schutz seines Baus», erklärt Baumann. Denn der Biber baue seine Höhlen stets so, dass der Eingang unter, die Höhle aber oberhalb des Wasserspiegels liege. «Auf diese Art hat er einen abgeschlossenen Bereich, wo er sicher ist vor Einwirkungen von aussen», wie Baumann erklärt.

Sind die Gewässer nicht tief genug, wird der Biber zum Dammbauer, um im gestauten Wasser doch noch bauen zu können. Dies könne gemäss Baumann dann zu einer Vernässung der Umgebung des Areals führen, welche sehr schwer sind vor zu beugen, wie Baumann zu bedenken gibt. Eine Möglichkeit wäre gemäss Baumann das Einbauen von Rohren, um den ein gestauten Bereich abzusenken. Noch besser wäre es allerdings, die Gewässer zu revitalisieren. «Dies wäre langfristig die wirksamste Massnahme», so Baumann.

Allerdings ist dies nicht immer möglich, da zum Teil der Boden bis an die Gewässer entweder als Baufläche oder für die Landwirtschaft genutzt werden. Dagegen liessen sich landwirtschaftliche Nutzfelder und Bäume relativ problemlos mittels Zäunen und Drähten vor dem Biber schützen. Dennoch verdeutlichen die Probleme das grosse Konfliktpotential im Zusammenleben zwischen Mensch und Biber. Um dieses zu entschärfen, müssten gemäss Baumann individuelle Lösungen gefunden werden. «Es lohnt sich, jeden Fall vor Ort anzuschauen.»

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