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Angst und Depressionen bei Klein- und Vorschulkindern

Angst und Depressionen bei Klein- und Vorschulkindern

Aus dem Leben
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Psychiatrische Dienste Graubünden

Ein Säugling ist schon von Geburt an sehr aufgeregt und kaum zu beruhigen. Ein anderes Kleinkind braucht lange Einschlafrituale, ein drittes Kind ist aggressiv und bringt die ganze Kindergartengruppe durcheinander. Dies sind drei mögliche Szenarien, welche bei Kindern im Vorschulalter eine Störung sichtbar machen. Es gibt aber auch «unsichtbare Leiden», die gerne übersehen werden, da betroffene Kinder sehr still, freud- und antriebslos sein können.

Die Gründe für dieses frühkindliche (Fehl-) Verhalten können jedoch bei beiden Gruppen dieselben sein. Die Kinder leiden an Depressionen oder Ängsten – oder an beidem. Untersuchungen zeigen, dass rund 10 bis 15 Prozent aller Kinder weltweit an psychischen Störungen mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Ausprägungen leiden.

In der Medizin unterscheidet man zwischen objektiven und subjektiven Symptomen. Objektive Symptome können Eltern oder Lehrpersonen unter anderem «von aussen» erkennen. Bei subjektiven Symptomen handelt es sich um Gefühle oder Befürchtungen, welche die Kinder äussern. Weil die kindliche Entwicklung aber sehr dynamisch und die Bandbreite einer «normalen Entwicklung» gross ist, sollte man im Vorschulalter nur sehr zurückhaltend von psychischen Störungen sprechen – Probleme können oft wieder vorübergehen.

Eine Diagnose soll darum nur nach ausführlicher Untersuchung durch Fachleute unter Einbezug der Krankengeschichte und der bisherigen Entwicklung gestellt werden. Für die Eltern sind Kinderarzt oder Kinderärztin erste Ansprechpersonen, um Abklärungen in die Wege zu leiten. Erst wenn Beratungen und Informationen keine Erfolge zeitigen, sollen gezielt Behandlungen und Therapieformen ins Auge gefasst werden. Es ist wichtig, Depression und/oder Angststörungen frühzeitig zu erkennen und sie zu behandeln.

Die Gründe für Depressionen können verschiedene Ursachen haben. Angststörungen zeigen sich beispielsweise mit Trennungsängsten oder bei spezifischen Phobien (Angst vor Tieren, Dunkelheit etc.). Eine stabile Eltern-Kind-Beziehung, die Akzeptanz der Situation und ein guter Austausch können vor depressiven Entwicklungen und Angststörungen schützen.

Dr. Pia von Gontard, Fachpsychologin Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrische Dienste Graubünden
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