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Pro Natura Graubünden sucht die kreativsten Wiesenstreifen

Pro Natura Graubünden sucht die kreativsten Wiesenstreifen

20 Landwirtinnen und Landwirte lassen einen Teil ihrer Wiese für Insekten stehen – je kreativer der aussieht, desto besser sind die Chancen im Publikumsvoting.

Simone
Janz
01.09.21 - 08:50 Uhr
Aus dem Leben

Heuschrecken, Wildbienen und Falter finden darin Schutz, Nahrung und Unterschlupf: Die sogenannten Rückzugsstreifen auf gemähten Wiesen tun Insekten gut. Nun will Pro Natura Graubünden das Potenzial dieser Mahdreste fördern. Die Naturschutzorganisation hat einen Wettbewerb ins Leben gerufen, an dem über 20 Landwirtinnen und Landwirte aus Graubünden mitmachen. Diese waren beim Mähen kreativ und haben einzelne Flächen in den verschiedensten Formen stehengelassen. Im Voting entscheidet das Publikum bis Ende September über die schönsten Rückzugstreifen.

Diese ungemähten Flächen stossen nämlich noch nicht überall auf Anklang. «Die ungemähten Wiesenstreifen werden von der Bevölkerung oft als unschöne oder unsaubere Arbeit betrachtet», sagt Sarah Hell, Projektleiterin bei Pro Natura Graubünden. Diese Massnahme zur Förderung von Insekten sei allgemein noch zu wenig bekannt. Das Ziel des Wettbewerbes ist es, das Wissen um und die Wertschätzung für die ungemähten Wiesenstreifen zu steigern, wie Hell sagt.

Eingriff in die Nahrungskette

Am wirksamsten seien die ungemähten Flächen auf artenreichen, mageren Wiesen. Beim grossflächigen Mähen verlieren Kleintiere und Insekten mit einem Schlag ihre Lebensgrundlage. Landwirtinnen und Landwirte würden bei der Mahd hautnah erleben, wie die Heuschrecken wegspringen und welche Vielfalt sich dort bewege. «In gemähten Wiesen findet man praktisch keine Heuschrecken mehr», sagt Hell. «Dadurch geht auch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Kleinsäugetiere verloren.»

Ungemähte Streifen, welche über den Winter stehen bleiben, sind für die Fortpflanzung der Goldschrecken enorm wichtig, weil die Eier in die stehende Vegetation abgelegt werden.
Pressebild

Für Pro Natura Graubünden ist der Wettbewerb um die schönsten stehengelassenen Wiesenstreifen auch eine gute Möglichkeit, zu testen, wie gut diese Massnahme zur Insektenförderung für die Betriebe funktioniert. Bereits jetzt werde das Stehenlassen von Rückzugsstreifen auf extensiv genutzten Flächen vergütet und somit gefördert, so Hell. Auch beim Publikumsvoting gibt es für die teilnehmenden Betriebe etwas zu holen: Den Gewinnern winkt in zwei unterschiedlichen Kategorien je ein Gewinn von 1000 Franken. 

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