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Das Jahr der Hoffnung

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Was man halt so findet, wenn man ein Stock-Bild zum Thema Hoffnung sucht.
PIXABAY
Single
Bock

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

So, sie sind durch. Die Weihnachtsferien sind genauso Geschichte, wie das Jahr 2019. Wir haben uns vollgefressen und zu viel getrunken. Es soll ja Menschen geben, die sich vorgenommen haben, im 2020 vernünftiger zu leben – oder zumindest im Januar keinen Alkohol zu trinken. Warum tun wir das? Wahrscheinlich, um unseren Selbsthass nicht weiter zu nähren oder aber, um uns beim nächsten Apéro, dem kommenden Familienfest oder der nächsten Geburtstagsfeier – nennen wir es beim Namen: beim unvermeidbaren nächsten Suff – einreden zu können, dass der nüchterne Januar Absolution für Schandtaten aller Art ist.

Natürlich gibt es auch die Anderen, die Vernünftigen, die, die 2020 wirklich die Kurve kriegen werden. Über die eine Kolumne zu schreiben wäre aber wohl äusserst langweilig. Grosse Geschichten sind noch nie aus Harmonie, Selbstvertrauen und Vernunft entstanden. Lasst uns also über die Unvernünftigen unter den «suedostschweiz.ch»-Usern sprechen. Stellvertretend dafür: Moi (Tadaaaa).

Ich habe in den vergangenen Jahren auch den einen oder anderen Ramadan-Monat hinter mich gebracht. Dieses Jahr lasse ich den aber vorerst aus. Sollte er sich für mich im 2020 noch ergeben, lasse ich es Euch wissen – versprochen. Ich habe mir schon oft Vorsätze gefasst und diese dann früher oder später über Bord geworfen. Hätte ich sie alle weiterverfolgt, vielleicht wäre ich heute ein durchtrainierter abstinenter Nichtraucher mit Traumjob und wäre in einer glücklichen Beziehung – was wiederum schade wäre, da ich Euch an dieser Stelle nicht von meinem Single-Dasein erzählen könnte. Ob mein Leben glücklicher wäre? Vielleicht. Es ist müssig darüber nachzudenken, denn, wie erwähnt, ich hab’s nicht durchgezogen.

Ich verurteile niemanden, der sich Vorsätze nimmt, um gesünder, vernünftiger, nachhaltiger oder umweltfreundlicher zu leben. Ich habe mich einfach dazu entschieden, dieses Jahr keine solchen Pläne zu schmieden. Ich bleibe vorerst der übergewichtige Raucher, der gerne auch mal einen über den Durst trinkt, ausgeprägte Selbstzweifel hat und dessen Tinder-Suchradius eine liegende 8 ist.

2020 wird für mich das Jahr der Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es die Frauen wirklich ernst meinen, wenn sie sagen, dass ihnen der Humor bei einem Mann am wichtigsten ist (es steht nirgends, dass das nicht auch Galgenhumor sein kann). Sollte ich damit tatsächlich erfolgreich sein und sollte es mir dann bei einem der Matches tatsächlich den Ärmel reinziehen, darf meine Traumfrau gerne auch an meinen liederlichen, unvernünftigen und unsympathischen Eigenschaften schrauben. Nur nicht zu sehr, wir wollen ja verhindern, dass sie sich in mich verliebt, mich verändert und dann irgendwann verlässt, weil ich nicht mehr der Mann bin, in den sie sich mal verliebt hat.

In diesem Sinne – drückt mir die Daumen. Und wenn ihr plötzlich nichts mehr von mir hört, haben die Liebe und ich gewonnen. Meine Erfolgseinschätzung entnehmt bitte folgender Grussformel:

Bis bald

Euer Singlebock

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