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Herz über Kopf? Ich und mein «Fuckboy»

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Ein «Fuckboy» ist ein Typ mit dem Körper eines Mannes und dem Geist eines perversen Teenagers.
Single
Böckin

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

Ich stecke in einem Dilemma. Ein Dilemma, das sich so schnell nicht lösen lässt, denn der rational denkende Kopf kämpft gegen das emotionale Herz und wenn Letzteres gewinnt, dann stürze ich mich kopfvoran (oder eher herzvoran?) in mein erneutes Verderben.

Es kommt selten vor, dass ich für eine Person Gefühle entwickle, doch wenn, dann mit voller Wucht und ohne Rücksicht auf meine eigenen Verluste. Diese Personen sind oftmals auch solche, die es ganz offensichtlich nicht gut mit mir meinen.

Der Begriff «Fuckboy» ist in den letzten Jahren geläufiger geworden und die Definition per Google lautet: Ein «Fuckboy» ist ein Typ mit dem Körper eines Mannes und dem Geist eines perversen Teenagers. Er hat kein Herz, sondern denkt nur mit seinem besten Stück.

Besagte Person, die sich in meinen Gedanken festgekrallt hat, fällt unter diese Kategorie. Das beweisen auch die bestimmt wissenschaftlich belegten «Ist er ein ‹Fuckboy›? 9 Anzeichen dafür!»-Tests, auf die ich bei meiner mässigen Recherche gestossen bin. Er ist nicht der erste. Die wenige Beziehungserfahrung die ich bisher gesammelt habe, weist ein und dasselbe Muster auf. Scheinbar ist mein Typ nicht jemand mit braunen, blonden oder roten Haaren. Er hat auch keine ozeanblauen, moosgrünen oder rehbraunen Augen. Das einzige, das ihn für mich attraktiv macht ist, wenn er mir keine Aufmerksamkeit schenkt und mit meinen Gefühlen spielt.

Glaubt mir, ich weiss wie sich das anhört. Auch ist mir absolut bewusst, dass es eine ausserordentlich dumme Idee wäre, würde ich es mit dieser Person weiterverfolgen.

Als ich den Mann meinen Freunden beschrieb, kam immer dieselbe Antwort:«Vergiss ihn einfach. Am Ende wirst du sowieso nur verletzt.» Exakt, werde ich. Ich sehe mich schon vor meinem inneren Auge mit Glace und einer Flasche Rotwein eine schlechte romantische Komödie schauend. Trotzdem. Ich kann und will ihn insgeheim auch nicht vergessen, denn es besteht ja die klitzekleine Chance, dass es funktioniert. Und genau da liegt das Problem. Solange ich das Gefühl habe, aus unserer Verbindung könnte sich tatsächlich etwas entwickeln, bin ich jederzeit bereit, verletzt zu werden. Nennt es Selbstsabotage, ich entschuldige es mit «das Herz will, was das Herz will.» Es könnte ja auch sein, dass ich ihn in seinem Denken bekehre … – innerlich lache ich mich gerade selbst für diesen Satz aus.

Das Ende vom Lied: Ich weiss eigentlich selbst nicht was ich will und für einmal danke ich meinen Bindungsproblemen, die mich vorerst vor Schlimmerem bewahren. Sollten sich unsere Wege allerdings erneut kreuzen, kann ich für nichts garantieren und für den Fall aller Fälle besorg ich mir schon mal ausreichend Glace und Rotwein. Vorschläge für miese Liebesfilme nehme ich gerne entgegen!

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