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Das Singleleben in Zeiten des Coronavirus

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Single
Bock

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

Es ist ja wirklich nicht einfach im Moment. Für niemanden. Nachdem die Schutzmasken ausverkauft waren, haben sich etliche Menschen in der ganzen Schweiz mit Toilettenpapier eingedeckt. Entweder haben die das Corona- mit dem Norovirus verwechselt oder sie haben irgendwo im Internet eine Anleitung gefunden, wie man aus Toilettenpapier Schutzmasken basteln kann. Whatever. Kollege Corona hat im Moment mehr Einfluss auf unser Leben, als die tagtägliche Frage, was man anziehen soll. Ist ja auch klar. Homeoffice lässt sich wunderprächtig in Trainerhose und verwaschenem Schlabbershirt erledigen. Ich habe sogar noch ein altes Corona-Shirt gefunden. Also von der Biermarke. (OK. der Joke ist nicht sonderlich kreativ – aber hey, das sind Hamsterkäufe auch nicht.)

Die aktuelle Lage spielt dem gemeinen Single ja nicht unbedingt in die Karten. Ausgehen? Essig. Hat alles zu. Sogar für die richtig Verzweifelten wird es schwierig, da das momentane Betriebsverbot auch für Erotik-Klubs gilt – und das wurde in verschiedenen Kantonen in den jeweiligen Pressekonferenzen explizit so erwähnt. Eine mir gänzlich unbekannte aber offenbar einschlägige Seite für nicht-jugendfreie Inhalte hat dafür vor einigen Tagen per Tweet mitgeteilt, dass sie allen Italienern (und Italienerinnen) im März ihr Premium-Angebot gratis zur Verfügung stellt. Schöne Geste – und sie erklärt vielleicht auch die hiesigen Toilettenpapier-Hamsterkäufe. (Single) Man(n) will offenbar bereit sein, falls die Seite ihr Angebot auch auf die Schweiz erweitert.

Ich schweife ab – entschuldigt bitte. Was machen wir Singles also jetzt? Wie gestalten wir unser Singleleben in Zeiten des Coronavirus. Also eigentlich bleibt ja alles beim Alten. Wir können weiterhin unsichtbare Mächte verfluchen und sie sie für unser Unglück verantwortlich machen. Dabei könnte man ja jetzt den eigenen Marktwert für die Zeit nach Corona steigern. Nicht indem man Toilettenpapier bunkert, sondern in dem man seinen Singlehaushalt wieder auf Vordermann bringt. Wann habt ihr das letzte Mal oben auf euren Schränken und Bücherregalen abgestaubt? Das ist jetzt die Möglichkeit. Vor der Staubentwicklung könnt ihr euch ja mit den Schutzmasken (irgendwo müssen die ja sein) oder den selbstgebastelten Toilettenpapiermasken schützen.

Wie wäre es ausserdem, wenn ihr euer Koch-Repertoire auffrischt und einen Online-Kochkurs macht. Die Zutaten habt ihr entweder schon gehamstert…oder aber ihr geht einfach wie ganz normale Menschen in den Lebensmittelladen, haltet zwei Meter Abstand, hustet (oder niest) niemandem ins Gesicht und kauft, was ihr braucht – und nicht mehr – heilandzack!

Ihr könntet auch die Date-Playlist eures Vertrauens anpassen. Es gibt kaum mühsameres, als während eines Dates die ganze Zeit an der Playlist rumzufummeln. Da geht das andere Rumfummeln potenziell vergessen, was ja eigentlich auch schade ist.

Räumt euren Kleiderschrank aus. Schlabbershirts können weg. Das sind übrigens die, die ihr beim Homeoffice anhattet.

Levelt in eurem Game so weit, dass ihr das nächste Date angehen könnt, ohne die ganze Zeit daran denken zu müssen, wie ihr den einen Zauberkobold in der verwunschenen Höhle dazu bringt, euch sein Geheimnis bezüglich des Fundorts der Bundeslade zu verraten.

Und um Himmelswillen: Stellt sicher, dass euch ja niemand Klopapier klaut.

Die Steuererklärung ist Ende Monat fällig. Die könnt ihr nun ausfüllen und in Gedanken an die Zeit schwelgen, in der ihr euer Social-Distancing noch selbst steuern konntet.

So und nun halte ich es ganz mit unserem Regierungsrat Peter Peyer, in dem ich sage «Wir müssen jetzt Distanz wahren, um in dieser Krise zusammenstehen zu können» und um uns vor allem in absehbarer Zukunft noch viel näher kommen zu können.

Ich denke an Euch, Euer Singlebock

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