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Blasmusiker zeigen sich besorgt

Blasmusiker zeigen sich besorgt

Der Graubündner Kantonale Musikverband wehrt sich gegen eine «Diskriminierung der Blasmusik».

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Kultur & Musik
«Blasmusik tut gut», sagt der GKMV-Präsident Andy Kollegger.
SYMBOLBILD PIXABAY

An der am vergangenen Samstag per Video-Livestream durchgeführten ordentlichen Delegiertenversammlung des Graubündner Kantonalen Musikverbandes (GKMV), verlangte GKMV-Präsident Andy Kollegger ein «Ende der Stigmatisierung der Blasmusik». An seiner jüngsten Sitzung habe der Bundesrat beschlossen, musikalische Aktivitäten im Vereinskontext weiterhin nur mit fünf Personen zuzulassen, heisst es in einer Medienmitteilung. «Er bekräftigt damit seine Ansicht, dass Blasinstrumente ‘Virenschleudern’ seien.»

Das Gegenteil sei der Fall, so Kollegger zu den aus dem ganzen Kanton zugeschalteten Delegierten. «Es gibt genügend seriöse Studien, die das belegen. Mit einer Trompete kann nicht einmal eine Kerze ausgeblasen werden. Blasmusik tut gut!» Mit dieser Stigmatisierung gehe eine Diskriminierung einher. «So bestehen für Blasmusikvereine zusätzliche Auflagen.» Kollegger befürchtet dadurch eine nachhaltige Schädigung des Blasmusikwesens.

Finanzielle Entlastung der Vereine

Um die Vereine finanziell zu entlasten, beschlossen die Delegierten auf Antrag des Kantonalvorstands die Mitgliederbeiträge befristet auf die Hälfte zu reduzieren. Dies ist möglich, weil durch die eingestellten Aktivitäten auch die Aufwendungen des Verbandes geringer sind. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Einnahmen fehlen, während verschiedene Fixkosten wie Dirigentenlöhne weiterlaufen. Zudem beschlossen die Delegierten, dem Vorstand die Kompetenz zu geben, das nächste Kantonale Jugendmusikfest direkt zu vergeben. Dies, um bei einem allfälligen Interesse wertvolle Vorlaufzeit zu sparen.

Auch Gäste eingeladen

Dem Bündner Musikverband gehören nahezu 100 Musikvereine mit insgesamt gegen 3000 Musikantinnen und Musikanten an. Nachdem sich die Delegierten bereits im vergangenen Jahr online zur Jahresversammlung trafen, wurde die Versammlung aufgrund der behördlichen Vorgaben auch in diesem Jahr per Video übertragen. Zur Versammlung eingewählt hatten sich Vertreterinnen und Vertreter aller Bündner Musikvereine.

Dazu gesellten sich online verschiedene Gäste, unter ihnen eine Vertretung des Schweizer Blasmusikverbandes, aber auch der Bündner Standespräsident Martin Wieland und der Bündner Kulturminister Jon Domenic Parolini. Beide strichen in ihren Reden die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der Blasmusikvereine hervor und versprachen, sich für die Anliegen des Musikverbandes einzusetzen.

«Ein Stück Normalität»

In seinem Schlusswort dankte GKMV-Präsident Kollegger den Teilnehmenden für die Flexibilität. Viele kantonale Musikverbände hätten ihre Delegiertenversammlungen abgesagt beziehungsweise verschoben. «Wir wollten aber in dieser weiterhin vom Coronavirus dominierten Zeit ein Stück Normalität beibehalten», sagte Kollegger. Daher die Idee mit dem Video-Livestream. Die Technik habe bestens geklappt, und es habe alles reibungslos funktioniert. Als Zukunftsmodell sieht Kollegger die «virtuelle» Delegiertenversammlung jedoch nicht: «Der direkte Austausch unter den Vereinen ist sehr wichtig.» So sei denn auch keine Wiederholung geplant. (so)

Weitere Infos zum Graubündner Kantonalen Musikverband finden sich unter www.gkmv.ch.

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