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«Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach»

Das Siegerprojekt für die neuen Rasen-und Sportanlagen in der Oberen Au in Chur steht bereits seit Juli fest. Die Jury entschied sich für das Projekt namens «Eisball». Nun wurde das 40-Millionen-Projekt genauer vorgestellt und ein Ausblick auf die bevorstehende Abstimmung gemacht.

Bettina
Cadotsch
Donnerstag, 23. August 2018, 14:05 Uhr Sport-und Eventanlagen Obere Au

Falls die Churer Stimmbevölkerung am 25. November grünes Licht gibt, wird das Projekt «Eisball» der Firma HRS Real Estate umgesetzt. Dieses setzte sich gegen vier Mitbewerber durch und wurde von einer neunköpfigen Jury unter der Leitung des Stadtpräsidenten Urs Marti einstimmig ausgewählt.

Die Stadt Chur arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der Umsetzung von neuen Sportanlagen. Noch vor vier Jahren scheiterten die ursprünglichen Pläne - mit dem Projektnamen GESAK - zur Errichtung von neuen Sportanlagen am Volk. Nun soll mit dem reduzierten Masterplan und dem ausgewählten Projekt «Eisball» alles besser werden. Urs Marti erwähnte während der Medienkonferenz am Donnerstag mehrmals: «Wir haben lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach». Sie hätten auf Einiges verzichtet, um beim Volk die Mehrheit zu finden, so Marti gegenüber Radio Südostschweiz.

Sportanlage Obere Au Chur
Stadtpräsident Urs Marti präsentiert das Projekt vor den Medien. THEO GSTÖHL

Ausgeschrieben wurden mittels Gesamtleistungswettbewerb eine Tribüne, vier Naturrasenspielfelder und eine Trainingseishalle. «Ich spüre mittlerweile einen grossen Rückhalt und hoffe, dass wir Nägel mit Kopf machen können», sagt Marti. Eine gute Kommunikation sei aber trotzdem notwendig, um am 25. November ein «Ja» von den Churern zu erhalten.

Mit kleinen Schritten zum Grossen?

Die reduzierte Version «Eisball» entspreche allen Anforderungen und könne auch bei den langfristigen Kosten am besten abschliessen. Ausserdem habe es die tiefsten Erstellungs-und Lebenszykluskosten aller Wettbewerbsprojekte. Trotzdem, eine Sportanlage könne man nicht einmal erstellen und während 40 Jahren nichts mehr machen, so Marti. Es brauche immer wieder Änderungen und Erneuerungen. «Der Stadtrat hat das Volk verstanden und hat Führungsverantwortung übernommen». Es sei ein guter Mix, nicht alles auf einem Schlag zu beschliessen und das Volk immer wieder mitbestimmen zu lassen.

Bei einem Millionenprojekt, welches über mehrere Jahre andauert, stellt sich natürlich die Frage einer Steuererhöhung. «Wir konnten in den letzten Jahren einiges einsparen und können deshalb heute sagen, dass es keine Steuererhöhung geben wird», betont Marti gegenüber Radio Südostschweiz weiter.

Sportanlage Obere Au Chur
Dieses Projekt soll keine Steuererhöhungen zur Folge haben. THEO GSTÖHL

Aktueller Stand und Ausblick

Der Gemeinderat hat bisher den Kauf des Hallenstadions und die Kredite für die drei Kunstrasenspielfelder beschlossen und die Mühlbachumlegung ist bereits in der Realisierung. Wird «Eisball» im Herbst angenommen, wird das Ringstrassenareal abgebrochen. Der Stadtrat plant dort ein neues Schulhaus zu erstellen, welches dort für mehrere Churer Quartiere gut erschlossen wäre. Dadurch könne eine teure Sanierung der Schulhäuser Florentini und Daleu vermieden werden. Dieses Vorhaben müsste nach einer Annahme von «Eisball» auch vors Volk, so Marti. Das Schulhaus Florentini würde für wirtschaftliche Zwecke verwendet werden und das Daleu-Schulhaus würde für die Gewerbliche Berufsschule zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Ziel, welches in einem weiteren Schritt umgesetzt werden könnte, sei eine grosse Eventhalle. «Eine Kantonshauptstadt braucht eine grosse Halle, auch wenn sie nicht täglich besetzt wird», rechtfertigt Marti dieses Ziel. So soll es in Chur in Zukunft einen grossen Raum für Ausstellungen, Messen, Generalversammlungen und Events geben.

Würde das Projekt «Eisball» nicht angenommen, wäre die Auftaktabstimmung erfolglos und der Stadtrat ratlos. «Es wäre ein einschneidendes Nein und ein Zeichen, dass Sportanlagen in Chur nicht erwünscht sind». Dies würde aber nicht bedeuten, dass man auf dem Areal nichts mehr machen könnte, es müsste aber nochmals eine neue Beurteilung gemacht werden.  

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