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Zahl der Coronavirus-Fälle nimmt weltweit weiter zu

Das Coronavirus verbreitet sich weltweit weiter rapide. Erstmals ist nun auch in den USA und in Australien je eine Person an der Lungenkrankheit gestorben. Die USA verschärften unterdessen die Reisehinweise für Italien und Südkorea.

Agentur
sda
Sonntag, 01. März 2020, 05:27 Uhr Berlin

Nach Bekanntwerden des ersten Toten durch das neuartige Coronavirus im Land haben die USA davon abgeraten, in die betroffenen Regionen in Italien und Südkorea zu reisen. Die Reisehinweise wurden auf die höchste Stufe vier verschärft, wie US-Vizepräsident Mike Pence am Samstag im Weissen Haus in Washington sagte.

Ausserdem würden neue Einschränkungen für den Iran erlassen. Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen im Iran waren, dürften nicht mehr in die USA einreisen, sagte Pence. Er leitet im Auftrag von Präsident Donald Trump die Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Coronavirus im Weissen Haus. Amerikaner sollten in Europa derzeit besondere Vorsicht walten lassen, sagte Trump kurze Zeit später bei einer Rede.

Erster Todesfall in Australien

Nun ist auch in Australien der erste Mensch an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Infiziert hatte sich der 78-Jährige auf dem vor Japan unter Quarantäne stehendem Kreuzfahrtschiff.

In Australien ist erstmals ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Der 78-Jährige aus Perth starb am Sonntagmorgen, wie die Gesundheitsbehörden im Bundesstaat Westaustralien mitteilten.

Der Mann war zuvor zusammen mit seiner Frau auf dem vor der Küste Japans unter Quarantäne stehendem Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» gewesen und hatte es dann Richtung Australien verlassen können. Die beiden zählten zu insgesamt 160 Menschen, die von dem Schiff nach Australien gebracht worden waren.

Rasante Zunahme in China und Südkorea

In China sind weitere 35 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, wurden fast sämtliche Todesfälle und neue Erkrankungen in der besonders schwer betroffenen und weitgehend abgeriegelten Provinz Hubei registriert.

Dort gab es 34 Tote und 570 neue Erkrankungen. Im Rest des Landes kamen ein weiterer Todesfall und drei neue Infektionen hinzu. Damit sind in China bislang 2870 Menschen dem neuartigen Coronavirus zum Opfer gefallen. Die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland lag bei fast 80'000, von denen jedoch laut offiziellen Angaben etwa die Hälfte bereits geheilt wurde.

Eine starke Zunahme der Fälle verzeichnete auch Südkorea. Die Gesundheitsbehörden Südkoreas teilten mit, dass über die Nacht zum Sonntag 376 weitere Menschen erfasst worden seien, die sich mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt hätten.

Bisher wurden 3526 Menschen positiv auf das Virus getestet - so viele wir nirgendwo sonst ausserhalb Chinas. Mit dem Virus werden in Südkorea bislang 17 Todesfälle in Verbindung gebracht. Auch in Deutschland sind die Coronavirus-Erkrankungen auf dem Vormarsch.

Seehofer hofft auf Medikament

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer geht nicht von einem schnellen Ende der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus. «Ich rechne damit, dass wir zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung haben», sagte Seehofer der «Bild am Sonntag».

Bis dahin müsse das Virus mit den klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpft werden. «Wir müssen die Infektionsketten konsequent unterbrechen.» Seehofer schliesst dabei auch die Absperrung von Regionen oder Städten nicht aus. «Dieses Szenario wäre das letzte Mittel.»

Steigende Zahlen in der Schweiz

Bis zum frühen Samstagabend ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf 18 gestiegen. Erste Fälle gemeldet haben die Kantone Bern und Wallis, in Basel-Landschaft ist ein zweiter dazugekommen. Der Bund sieht vorerst von weiteren massiven Eingriffen ab und setzt verstärkt auf Information.

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