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Belarus macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht

Mitten im Machtkampf in Belarus (Weissrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen. Das sagte er am Donnerstagabend der Staatsagentur Belta zufolge in Minsk. Zudem sei der Grenzschutz in Richtung Ukraine verstärkt worden. «Wir sind gezwungen, Truppen von den Strassen abzuziehen», meinte der 66-Jährige.

Agentur
sda
Donnerstag, 17. September 2020, 20:20 Uhr Minsk
Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus. Foto: Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa
Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus. Foto: Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa
Keystone/BelTA/AP/Andrei Stasevich

An der südlichen Staatsgrenze hängen derzeit Hunderte ultraorthodoxe jüdische Pilger fest, die wegen eines in Kiew verhängten Einreisestopps nicht in die Ukraine einreisen dürfen. Sie wollten am jüdischen Neujahrsfest zum Grab des Rabbi Nachman pilgern.

Zu den Menschen in den drei Nachbarländern sagte der belarussische Präsident bei einem Frauenforum: «Stoppt Eure verstandslosen Politiker, lasst sie keinen Krieg entfesseln.» In Litauen und der Ukraine werden derzeit Militärmanöver mit Nato-Truppen abgehalten. Parallel dazu trainiert die belarussische Armee mit russischen Streitkräften im Westen von Belarus an der EU-Grenze.

Dieses Manöver wird Lukaschenko zufolge nun verlängert. Angesichts der aktuellen Situation werde es eine zweite Phase geben, sagte er. Ursprünglich sollte die Übung Freitag nächster Woche beendet sein.

Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten. Lukaschenko liess sich 80,1 Prozent der Stimmen zusprechen und will nun eine sechste Amtszeit antreten. Die Sicherheitskräfte gehen hart gegen Demonstranten vor. Lukaschenko meinte vor den Frauen in Minsk: «Wissen Sie, ich bin kein Angreifer, ich bin ein sehr friedlicher Mensch. Ich bin im Dorf aufgewachsen, wo jeder den anderen verteidigte.»

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Ich finde es äusserst beelendend, wie sich Europa als US-Komplize seit vielen Jahren zunehmend schuldig macht, zum ureigensten Nachteil, denn damit schaufeln wir uns unser eigenes Grab. Wie man den Jahrhunderten der brutalen US-Historie entnehmen könnte (wenn man denn die Augen öffnen wollen täte), wurden scheinbare Friedensverträge und Bündnisse mit anderen von den US-Führern nur für Bluff, Intrigen und Atemholen missbraucht, letztlich wurde noch jeder "in den Dreck getreten", wie es in Wildwestromanen prosaisch, aber realistisch heisst. Und weil es viele Bewusstlose gibt, die die USA als "Freunde" titulieren: Sogar Kissinger (der gemäss einem US-Professor am meisten Blut an den Händen hat, insbesondere betreffend Chile; Anmerkung von mir: Wo am 9/11, es war auch ein Dienstag, der lupenrein demokratisch gewählte Arzt Allende geputscht wurde, um den US-Menschenrechtsexperten Pinochet zu inthronisieren) bekannte: "Die USA haben keine Freunde, einzig (Eigen-) Interessen." Volker Pispers nannte die USA eine total entsolidarisierte Gesellschaft, Kapitalismus im Endstadium.
Seit Jahrhunderten die Mentalität: Ich oder Du. Nicht Wir. Anlässlich der Black Lives Matter-Unruhen in den USA fiel medial eine Schwarze auf, die sagte (sinngemäss, ich glaube punkto Plünderungen): Wir haben NICHTS (sind enteignet vom Kapitalismus).
Volker Pispers: Die Armen in den USA wären froh, im Standard einer DDR leben zu dürfen.