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Jenny: «Das Oval-Office wird sich mit der Zeit einrichten»

Nicht viele Zürcher konnten sich in Graubünden einen Namen machen - Christian Jott Jenny schon. Der Zürcher, der in St. Moritz als Initiator des Festival da Jazz bekannt ist, gewinnt im Oktober überraschend die Wahl des Gemeindepräsidenten von St. Moritz. «Suedostschweiz.ch» erzählt er, wie sein erster Arbeitstag ablief.

Südostschweiz
Samstag, 05. Januar 2019, 14:01 Uhr Arbeitsbeginn für St. Moritz-Gemeindepräsident
Wahlen Gemeindepräsident St.Moritz
Ab diesem Jahr offiziell der Gemeindepräsident von St. Moritz: Christian Jenny
Rolf Canal / ROLF CANAL

«Wann begann Ihre Arbeit in St. Moritz offiziell?

Am 1. Jänner um 00.00 Uhr. Als die Glocke zwölf schlug. 

Was gab es als erstes zu tun? Haben Sie das Büro umgestellt?

Die Hirnfunktion auf «Präsidial» umzustellen. Ergo: einen Schalter auf die andere Seite zu stellen. Das Oval-Arven-Office wird sich mit der Zeit einrichten - alles mit der Ruhe. Es ist schon jetzt schön genug. Aber der eine Schrank wird gegen ein schönes Klavier ausgetauscht: da sieht man die Akten besser wenn die AUF dem Möbel liegen. Alles im Schrank geht eher vergessen. Dinge müssen mich anlachen oder stören, damit ich aktiv werden kann!

Was steht in den kommenden Wochen an? 

Ich möchte sämtliche Abteilungen und vor allem die Menschen dahinter kennen lernen, wissen was sie warum dort machen oder eben nicht machen. Ferner treffe ich mich mit dem Bürgermeister der Bürgergemeinde zu einem geheimen Höflichkeitsgespräch zu einem noch geheimen Projekt. Ich treffe Investoren, fahre mit dem neuen Gemeinderatspräsidenten und zwei Exponenten der Kantonsregierung nach Lausanne zu den «Jeux Olympiques de la Jeunesse», treffe mich mit potentiellen Investoren in Basel, besteige ein Podiumsgespräch mit dem GKB-Verwaltungsratspräsident Peter Fanconi und gegebenenfalls treffe ich noch den US-Botschafter, der im Jänner zu uns nach St.Moritz kommt. Dazwischen visiere ich Rechnungen unter anderem für die Lieferung von Pommes-Chips an das Ovaverva-Bad-Bistro über 68.75 Franken, da diese zur Zahlung im jetzigen System vier Unterschriften, davon eine des Präsidenten der Gemeinde benötigt. Dies gilt es dann eine Woche darauf zu ändern. Ich muss abklären, ob hierzu eine Volksabstimmung notwendig ist. Sie sehen, es wird mir nicht langweilig!

Was sind die Hauptziele im neuen Jahr?

Mir selber treu zu bleiben. 
 

Und noch etwas Typisches à la Christian Jenny?

Ich danke Ihnen für dieses äusserst konstruktive, informative Gespräch. P.S.: Die Gemeinde St.Moritz grüsst ab sofort wieder wie in guten alten Zeiten: Stets höflich. Wir konnten diese Formulierungsrechte vom Amt für Ideen kostensparend erwerben.

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Vermute ,sie haben den richtigen gewählt als Präsidenten.Er macht wenigstens einen guten Event mit Jazz in diesem Dorf.Sonst würde meiner Meinung nach St Moritz ein Schlaf Dorf sein.

Mir schwant übles...
Als Angestellter der Gemeinde werde ich schnellstmöglich eine neue Stelle suchen. Sich bei einem Vostellungsapero so zu profilieren und so schlecht zu singen...
Armes St. Moritz, das kann nüt werden mit so einem Menschen...