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Rückschlag für Arosa – Schiedsrichter-Posse in Chur

Die beiden Bündner MSL-Klubs EHC Arosa und EHC Chur haben ihre Heimspiele am Mittwochabend verloren – Arosa gegen Seewen und Chur gegen Dübendorf. Brisant: Das Spiel zwischen Chur und Dübendorf wurde von einem Schiedsrichter mit Dübendorf-Vergangenheit geleitet.

Südostschweiz
Freitag, 17. Januar 2020, 10:28 Uhr Eishockey
Patrick Bandiera und der EHC Arosa müssen weiter um die Playoff-Teilnahme zittern.
ARCHIVBILD THEO GSTÖHL

EHC Arosa – EHC Seewen 2:3

Bitterer Abend für den EHC Arosa: Mit einem Sieg gegen Seewen hätten die Schanfigger im Rennen um die Playoff-Plätze nicht nur die eigene Ausgangslage deutlich verbessert, sondern auch einen direkten Konkurrenten zurückgebunden. Daraus wurde freilich nichts, musste sich das Team von Trainer Marc Haueter Seewen doch mit 2:3 geschlagen geben.

Bereits nach fünf Spielminuten lag Arosa mit 0:2 im Hintertreffen. Eine Hypothek, der Arosa im gesamten weiteren Spielerlauf nachrannte. Zwar bracht Reto Amstutz die Gastgeber in der 44. Minute auf 2:3 heran. Mit drei kleinen Strafen in den letzten 10 Minuten nahmen sich die Aroser den Wind indes selber wieder aus den Segeln. Fünf Runden vor dem Ende der Qualifikation muss der EHC Arosa weiter hart um die Playoff-Qualifikation kämpfen.

EHC Chur – EHC Dübendorf 2:6

Chancenlos blieb der EHC Chur beim zweitplatzierten EHC Dübendorf (2:6). Zwar gingen die Bündner Hauptstädter bereits nach 71 Sekunden durch Claude Schnetzer in Führung. Diese hatte aber nur gerade 23 Sekunden Bestand. In der Folge zogen die Zürcher bis zur 51. Minute auf 6:1 davon, ehe Lars Kellenberger mit seinem ersten Saisontor für das 2:6-Schlussresultat besorgt war. Der EHC Chur geht nun mit vier Punkten Vorsprung auf den Trennstrich in die fünf letzten Runden der Qualifikation.

Brisant: Schiedsrichter der Partie war Joshua Blasbalg. Der 26-jährige Blasbalg war während seiner Junioren- und Aktivzeit selber Spieler des EHC Dübendorf. Zuletzt lief er in der Saison 2016/17 für die Zürcher auf. Und tatsächlich fühlte sich die Anhängerschaft des EHC Chur vom Unparteiischen betrogen. Ein Auszug aus dem Fanportal «ehcfans.ch» gibt Aufschluss:

«Dass der Schiedsrichter oftmals einen undankbaren Job hat, ist uns bewusst. Dass Joshua Blasblag bis vor zwei Jahren noch in Dübendorf spielte, ist im Prinzip auch egal. Nicht egal ist aber, wenn mit ungleichen Ellen gemessen wird und unverständliche Entscheide getroffen werden, die sogar dem Gegner die Lust am Spiel nehmen. Zu den Bankstrafen und dem Ausschluss von Tamfal (Trainer des EHC Chur, Anm. d. Red.) wissen wir nicht, welche Worte tatsächlich gefallen sind, aber sich über die Regelauslegung zu beschweren, war allemal angebracht.»

Der EHC Chur scheint die Partie gegen Dübendorf nicht wegen des Schiedsrichters verloren zu haben. Zu deutlich fiel das Resultat aus. Ein fader Beigeschmack bleibt aus dieser Geschichte dennoch haften. 

Verband argumentiert mit Schiedsrichter-Knappheit

Seitens Verband beurteilte man die fragwürdige Schiedsrichter-Ansetzung als weniger problematisch. Auf Nachfrage von «suedostschweiz.ch» tätigten die Verantwortlichen von Swiss Ice Hockey folgende Aussage:

«Es liegt in der Natur der Sache und gehört zum Eishockey- bzw. zum Mannschaftssport, dass über Schiedsrichterleistungen diskutiert wird und sich Fans der einen oder anderen Seite teilweise und je nach Spiel- oder Strafenverlauf benachteiligt fühlen. Dafür haben wir Verständnis. Nach Konsultation der Schlüsselszenen des Spiels zwischen Chur und Dübendorf können wir keine Benachteiligung einer Mannschaft erkennen.

Die Mehrheit aller Schiedsrichter, die für Swiss Ice Hockey jede Woche in hunderten von Spielen im Einsatz stehen, hat eine Vergangenheit als Spieler und war früher selber in einem Club aktiv. [...] Obwohl wir viele ehemalige Spieler haben, die heute für uns als Schiedsrichter aktiv sind, herrscht in der Schweiz und vor allem in den hiesigen Amateurligen ein grosser Mangel an Schiedsrichtern. Es wäre in der Aufbietung daher unmöglich, bei der Spieleinteilung jedes Schiedsrichters Faktoren wie den Wohnort resp. die kantonale Herkunft oder eben die Vergangenheit als aktiver Spieler zu berücksichtigen (zumal viele Spieler ja im Laufe ihrer Aktivzeit bei mehreren Clubs spielen). Unsere Schiedsrichter sind der Neutralität verpflichtet und werden durch Swiss Ice Hockey auf die Rolle als Schiedsrichter vorbereitet.» 

(krt)

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