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Romelu Lukaku versucht sich erneut an Italiens Methusalem-Abwehr

Romelu Lukaku versucht sich erneut an Italiens Methusalem-Abwehr

Belgiens Tormaschine Romelu Lukaku muss gegen Italien neue Lösungen finden. Gegen die Verteidiger-Combo Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci hat der Sturmtank von Inter Mailand noch nie getroffen.

Agentur
sda
vor 2 Monaten in
Fussball

Noch steht hinter dem Einsatz von Giorgio Chiellini ein kleines Fragezeichen. Romelu Lukaku und die Belgier müssen sich aber auf den bewährten italienischen Riegel gefasst machen, der ihnen am Freitagabend in München den Weg zum Tor verstellt. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall gegen die Schweiz im zweiten Gruppenspiel hat Chiellini das Training rechtzeitig wieder aufgenommen. Der im August 37-Jährige dürfte gegen Belgien an der Seite des knapp drei Jahre jüngeren Leonardo Bonucci auflaufen.

Italiens hochkarätige Methusalem-Abwehr stellt Lukaku im Viertelfinal zweifellos vor eine besondere Herausforderung. Viermal trat «Big Rom» mit dem Nationalteam oder auf Klubebene mit Manchester United und Inter Mailand bislang gegen das Duo von Juventus Turin an. Viermal blieb er ohne Tor.

Andere Lösungen sind also gefragt, dachte sich auch Nationaltrainer Roberto Martinez. Belgischen Medienberichten soll der Spanier in Erwägung ziehen, Lukaku am Freitag in München weiter auf die Seite zu schieben, damit dieser von den beiden Recken weniger leicht in die Zange genommen werden kann.

Grosser Schritt in Italien

Als Gastarbeiter bei Inter Mailand ist die Viertelfinal-Affiche für Belgiens Mittelstürmer umso spezieller, weil sich Lukaku in Italien nach Stationen in England bei Chelsea, Everton und Manchester United sehr gut aufgehoben fühlt. Seit dem Wechsel von Manchester United zu Inter Mailand für 74 Millionen Euro vor zwei Jahren gibt es auch kaum mehr Zweifel daran, dass der 28-Jährige zur Elite seiner Zunft gehört. 64 Tore in 95 Spielen erzielte er für die Mailänder, 24 Treffer steuerte er in der abgelaufenen Saison zum Meistertitel in der Serie A bei.

«Italien hat mich auf ein neues Level gebracht, physisch, mental und taktisch. Ich habe mich noch nie so stark gefühlt», sagt Lukaku. Nach der Gruppenphase der EM und seinen drei Toren gegen Russland und Finnland meinte er selbstbewusst: «Ich habe einen grossen Schritt gemacht, jetzt bin ich Weltklasse. Das war mein persönliches Ziel.»

Belgiens Ex-Nationaltrainer Marc Wilmots stellt den mit einer beeindruckenden Urgewalt agierenden Stürmer auf eine Ebene mit Deutschlands Rekordmann Gerd Müller: «Er ist körperlich eine Maschine und aufgrund seiner Quote für Belgien so wichtig wie Gerd Müller es für Deutschland war, Wahnsinn.» Seine beste Qualität sei nach wie vor das Toreschiessen, so Wilmots. «Aber er hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt - was sein ganzes Profil betrifft.»

Jorginho: «Zwei gegen einen»

Lukakus Ausbeute im Nationalteam deckt sich fast mit jener bei Inter. Mit 63 Toren in 97 Länderspielen ist er längst unangefochtener Rekordtorschütze seines Landes. Die einfache Rechnung von Italiens Mittelfeldspieler Jorginho ist aber eine andere: «Ich denke, dass Bonucci und Chiellini das Duell gewinnen werden - es ist ja zwei gegen einen.»

Sollte Chiellini am Freitag entgegen der Tendenz nicht einsatzfähig sein, wäre dies eine gute Nachricht für die Belgier. Unter Ausklammerung von Chiellinis Ersatz Francesco Acerbi lautete die Rechnung dann: einer gegen einen. Belgiens Chancen wären zweifellos grösser. Aber auch gegen Bonucci alleine kam Lukaku mit null Toren in zwei Spielen noch nicht an sein übliches Rendement heran. Eine andere Statistik könnte Lukaku hingegen anspornen: Seine Ausbeute gegen Italiens Goalie Gianluigi Donnarumma von der AC Milan steht bei vier Toren in vier Spielen.

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