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Umsturz im Zeitfahren: Pogacar vor Tour-Gesamtsieg

Grosse Überraschung in der zweitletzten Etappe der Tour de France: Der Slowene Tadej Pogacar sichert sich im entscheidenden Bergzeitfahren den Tagessieg und das Maillot jaune.

Agentur
sda
Samstag, 19. September 2020, 18:42 Uhr Rad

Weil der Leader in der letzten Etappe am Sonntag nach Paris normalerweise nicht mehr angegriffen wird, dürfte der am Montag erst 22 Jahre alt werdende Pogacar am Sonntag als Gesamtsieger auf die Champs-Elysées einfahren - als erster Slowene und als jüngster Profi seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der junge Slowene fuhr auf dem entscheidenden Teilstück völlig entfesselt. Die Etappe mit dem 30 Kilometer langen «Einrollen» und der 6 Kilometer langen Schlusssteigung gewann er mit einem Vorsprung von 1:21 Minuten auf den Niederländer Tom Dumoulin und den Australier Richie Porte.

Roglic, der mit einer Reserve von 57 Sekunden auf seinen Landsmann in das Zeitfahren gestartet war, hatte keine Chance - obwohl fast alles für ihn, den eigentlich starken Zeitfahrer, gesprochen hatte. Doch der bisherige Leader, der in den letzten drei Wochen zusammen mit seinem Team Jumbo-Visma scheinbar alles im Griff gehabt hatte, brach ausgerechnet in seiner Spezialdisziplin ein.

Roglic verlor als Fünfter der Etappe fast zwei Minuten auf Pogacar, der in der Gesamtwertung nun 59 Sekunden vor seinem älteren Landsmann liegt. Porte verdrängte dank dem starken Zeitfahren noch den Kolumbianer Miguel Angel Lopez vom Podest.

Pogacar war von Beginn weg deutlich schneller unterwegs als Vuelta-Sieger Roglic. Bereits am Fuss der Steigung lag der Profi des Teams UAE Emirates 36 Sekunden vor Vuelta-Sieger Roglic. Sekunde um Sekunde baute er in der Folge die Führung aus, vier Kilometer vor dem Ziel übernahm Pogacar im «virtuellen» Gesamtklassement die Führung.

Als bester Schweizer klassierte sich Michael Schär auf Platz 44 der Etappe, mit einem Rückstand von 6:17 Minuten auf Pogacar. In der Gesamtwertung dürfte Sébastien Reichenbach die Tour im ansprechenden 23. Rang beenden. Marc Hirschi, der als kämpferischster Fahrer der Tour ausgezeichnet wurde, fuhr auf Platz 91 der Etappe (8:29 zurück) und wird seine erste dreiwöchige Rundfahrt um Rang 50 beenden.

Die 21. und letzte Etappe startet am Sonntag in Mantes-la-Jolie und endet nach 122 Kilometer auf den Champs-Elysées. Dort dürfte es wieder zu einem Massensprint kommen.

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