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Mauro Caviezel: Keine Anlaufzeit nach Zwangspause

Mauro Caviezel ist vor Weihnachten beim Parallel-Riesenslalom in Alta Badia gestürzt und hat sich dabei eine Unterschenkelverletzung zugezogen. Nun wagt er in Wengen die schnelle Rückkehr. Die Trainingsbestzeit und die ausbleibenden Schmerzen stimmen ihn positiv.

Südostschweiz
Mittwoch, 15. Januar 2020, 08:54 Uhr Ski alpin
Mauro Caviezel kehrt in Wengen auf die Rennstrecke zurück.
KEYSTONE

Noch in der letzten Woche im Trainingslager im Südtirol belastete Caviezel das verletzte Bein mit Bedacht. Ja nicht zu fest forcieren und im schlimmsten Fall vielleicht sogar einen Rückschlag erleiden. Zu gross war der Wunsch des 31-jährigen Bündners, am Lauberhorn das Comeback zu geben. «Bei mir ist die Hoffnung da, dass ich vor dem Heimpublikum zwei gute Skirennen zeigen kann. Miteinander Erfolge feiern zu können, das ist doch das Schönste», sagt Caviezel und nimmt Bezug auf Daniel Yules Slalomsieg in Adelboden. «Da hat man gesehen, was abgehen kann.»

Letzte Woche in Sarntal konnte der sechsfache Weltcup-Podestfahrer wie geplant an vier Tagen und ohne grössere Probleme mit den Teamkollegen mittrainieren. Danach war klar, dass er wie beabsichtigt ins Berner Oberland reisen wird. Nach der «Mini-Pause» - er verpasste einzig die Rennen in Bormio - deklarierte Caviezel das erste Training am Lauberhorn für sich als Belastungstest. «Eine so eisige Piste, dazu viele Sprünge, das konnte ich in letzter Zeit alles nicht trainieren.» Dass es ihm nach der fast zweieinhalb Minuten langen Fahrt körperlich immer noch sehr gut ging, freute den Bündner ungemein - und lässt ihn mit Zuversicht auf die zwei bevorstehenden Rennen blicken.

Caviezel ist nicht der einzige starke Bündner in Wengen

Die Kombination am Freitag wolle er so locker wie möglich angehen. «Der Slalom-Hang ist einer der schwierigsten im Weltcup, für die Kombinierer sowieso. Der Belastungstest wird für mich also auch im Slalom noch erfolgen.» Caviezel glaubt, dass die Techniker auf der verkürzten Lauberhorn-Abfahrt mit Start oberhalb des Hundschopfs den Speed-Fahrern sehr nahe kommen werden. «Und wir müssen dann versuchen, im Slalom über uns hinauszuwachsen. Vollgas geben - etwas anderes gibt es gar nicht.»

Um Understatement bemüht

Im Abfahrts-Klassiker am Samstag gut abschneiden, das wäre der noch grössere Wunsch von Mauro Caviezel. «Leider ging es mir in Wengen noch nie perfekt auf.» Ob er als Trainingsschnellster denn zu den Favoriten gezählt werden müsse, war am Dienstagnachmittag eine Frage an ihn. Der Bündner war bei der Antwort um Understatement bemüht. Diese Bestzeit habe keine grosse Bedeutung, ausser dass ein paar Kurven schon ganz gut gepasst hätten. «Man weiss schliesslich nicht, wie die Konkurrenz das Training angegangen ist.» Gerade Beat Feuz und Vincent Kriechmayr, die zwei letzten Lauberhornsieger, haben am Dienstag ihre Karten noch nicht aufgedeckt. (sda/so)

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