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St. Moritz hat das Vertrauen verloren

Ein Misstrauensvotum und eine bevorstehende Klage – die Engadin St. Moritz Tourismus AG steht arg in der Kritik.

Fadrina
Hofmann
Samstag, 18. Januar 2020, 04:30 Uhr Engadiner Tourismus
Gerhard Walter
Juristische Schritte sind gegen die Engadin St.Moritz Tourismus AG geplant. Im Bild Gerhard Walter, früherer CEO.
ARCHIVBILD ROLF CANAL

St. Moritz Kurz vor Weihnachten sind die Oberengadiner Gemeindevorstände angefragt worden, ob sie mit dem bestehenden Verwaltungsrat der Engadin St. Moritz Tourismus AG (ESTM AG) fortfahren wollen oder eine neue Zusammensetzung verlangen. Auch wollte das Aktionariat die Frage beantwortet haben, ob die Statuten geändert werden sollen, um die Besetzung des Verwaltungsrats neu nach Kompetenzen und nicht nach Gruppierungen zu bewerkstelligen. Laut Christian Meuli, Sprecher des Aktionariats, haben die Gemeindevorstände noch bis am Montag Zeit, dazu Stellung zu nehmen.

Gerhard Walter erwägt gerichtliche Schritte

«Der St. Moritzer Gemeindevorstand hat das Vertrauen in den Verwaltungsrat der ESTM AG verloren», sagt Fabrizio D’Aloisio, Leiter Unternehmenskommunikation der Gemeinde St. Moritz. Der Gemeindevorstand könne sich einen Verwaltungsrat in der heutigen Zusammensetzung nicht mehr vorstellen. Er sehe dies aber auch als Chance, «das strategische Tourismusmarketing durch die Integration von aussenstehenden Kompetenzen auf ein neues Level zu hieven». Deswegen bittet er, in der momentan unklaren Situation, keinen neuen CEO einzustellen.

Die Kritik an den heutigen Verwaltungsrat kam auf, nachdem das Arbeitsverhältnis mit Gerhard Walter als CEO im  Herbst über Nacht aufgelöst wurde. Walter hat gestern informiert, dass er Ansprüche aus Arbeitsrecht und wegen Verletzung der beruflichen Ehre geltend machen wird. (fh)

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