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Piks im Postauto

Piks im Postauto

Ab Montag kurvt ein mobiles Impfzentrum durch Graubünden. Der Impfbus ist ein Angebot für Menschen in peripheren Regionen.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Aus dem Leben

Je nach Wohnort mussten einige Bündnerinnen und Bündner bisher einen weiten Weg auf sich nehmen, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen – sei es in einem Impfzentrum oder in einer Hausarztpraxis. Nun wird es für Impfwillige in peripheren Regionen einfacher, ihre Dosis Moderna oder Pfizer zu erhalten. Ab Montag, 23. August, ist in Graubünden ein Impfbus unterwegs und steuert bis Mitte September 38 Gemeinden an.

Damit will das Bündner Gesundheitsamt der Bevölkerung in abgelegenen Orten entgegenkommen. «Die Idee ist, die Leute dort abzuholen, wo der Weg zur Impfung zu weit scheint», sagt Amtsleiter Rudolf Leuthold gegenüber Radio Südostschweiz. Denn bisher sei der Trend: «Je urbaner, desto geimpfter.» Der Erfolg des Walk-in-Angebots beim ehemaligen Impfzentrum in der Churer Stadthalle habe gezeigt, dass spontane Impfungen offensichtlich ein Bedürfnis seien – trotz längerer Wartezeiten. «Diesem Bedürfnis wollen wir nachkommen», so Leuthold.

Ohne Voranmeldung

Für eine Impfung im umgebauten Postautobus muss man sich nicht anmelden. Wie bei anderen Walk-in-Angeboten können Interessierte spontan vorbeikommen, müssen aber zwingend ihre Krankenkassenkarte und ihre ID oder den Reisepass mitbringen. Wann der Bus welchen Ort besucht, wird auf der Website des Gesundheitsamts Graubünden sowie in den lokalen Medien kommuniziert, wie Leuthold erklärt. Der Impfbus mache aber nicht in jedem Dörfchen Halt: «Es muss schon genug impfwillige Personen haben.» Dies auch, weil für das Angebot ein grosser logistischer Aufwand betrieben werde.

Der Impfbus ist laut Leuthold auf einer provisorischen Route unterwegs. «Falls wir überrannt werden, können wir auch noch zusätzliche Orte aufnehmen. Wir müssen schauen, wie sich das entwickelt.»

Beratung für Unsichere

Der Impfbus ist aber nicht nur ein Service für diejenigen, die nicht in der Nähe eines Impfzentrums oder einer Hausarztpraxis wohnen. «Wir leisten auch Aufklärungsarbeit», betont Leuthold. Wenn jemand unsicher sei und noch ungeklärte Fragen habe, könne er oder sie den Bus besuchen und sich von dem Fachpersonal aus erster Hand informieren und beraten lassen. «Das sind Ärztinnen und Ärzte, die schon Zig-Tausende Impfungen verabreicht haben und wissen, was Sache ist.» Diese würden über Risiken und Nebenwirkungen, aber natürlich auch Vorteile aufklären.

Anmeldung für Betriebsimpfungen möglich
Ab sofort besteht zudem die Möglichkeit, dass Betriebe ihren Mitarbeitenden anbieten, sich impfen zu lassen. Das entsprechende Anmeldeformular für Betriebe ist aufgeschaltet, wie der Kanton Graubünden mitteilt. Die Betriebsimpfungen werden vom kantonalen Impfteam koordiniert. Dieses biete Personal sowie die notwendige Infrastruktur für die Impfmöglichkeit direkt im Betrieb, heisst es. 

Die Walk-in-Impfungen in den regionalen Impfzentren werden laut Bündner Gesundheitsamt weitergeführt. Wie im Impfbus bestehe auch dort die Möglichkeit, Impfberatungen in Anspruch zu nehmen.Eine Übersicht der Angebote werde auf der Coronawebsite des Kantons laufend aktualisiert. Weiter sei die Online-Registration für die Coronaimpfung angepasst worden: Ab sofort können Bündnerinnen und Bündner offene Impftermine über die Anmeldeplattform auswählen. Bisher wurden die Termine den Impfwilligen zugeteilt. (jod)

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