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GR in 100 Geschichten - Heidi ist eine davon

GR in 100 Geschichten - Heidi ist eine davon

Hans Peter
Danuser
05.10.21 - 04:30 Uhr

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Am 1. Oktober hat Peter Röthlisberger in Chur sein neues Buch vorgestellt:«Graubünden in 100 Geschichten».

Der Band ist gelungen, aktuell, interessant und gehört eigentlich in jeden Bündner Haushalt, insbesondere auch in der starken «Bündner Diaspora» im Unter- und Ausland. Ein Standardwerk über den größten und vielfältigsten Kanton der Schweiz.

Wie überraschend und informativ seine 100 Geschichten sind, zeigt jene über die bekannteste Schweizerin der Welt: «Heidi - Weltliteratur aus Graubünden» von Frau Christine Lötscher von der Universität Zürich.

Frau Lötscher leitet auch das «Heidi/Spyri Network» (HSN), das sich letztes Jahr in Zürich formiert hat. Es umfasst die 16 wichtigsten Institutionen im Bereich Heidi und Johanna Spyri, darunter die Universität Zürich mit fünf Professoren, die Universität Basel/Mainz mit Professor Lauer, die Johanna Spyri Stiftung, das Heidiseum, aber auch das Heididorf in Maienfeld, die Destination Heidiland, die Fachhochschule Chur, ebenfalls die Universitäten Kyoto/Japan und North Texas/USA, die über bedeutende Heidi/Spyri-Archive verfügen.

Ziel des Heidi/Spyri-Netzwerks ist es, die Heidi-Geschichte und ihre Autorin Johanna Spyri (1827–1901) aufzuwerten, die Forschung zu Spyris Werk anzuregen und die bevorstehenden wichtigen Jubiläen und Aktivitäten bis zum Jahr 2030 gemeinsam zu koordinieren und zu gestalten. 

Zur Zeit analysiert eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe die literarische Substanz und kulturelle Bedeutung der Heidi-Romane und Spyri-Archive. Eine zweite Gruppe priorisiert, koordiniert und plant die erwähnten Jubiläen der nächsten zehn Jahre.

Begonnen hat der Zyklus 2019 mit der sehr erfolgreichen Ausstellung «Heidi in Japan» 2019 im Landesmuseum Zürich sowie einer Heidi- Sondermarke der Deutschen Post in Gotha, wo das Buch vor 140 Jahren erstmals erschien. Zurzeit läuft im C.F. Meyer-Haus in Kilchberg ZH die Ausstellung «Heidis Erfolgsgeschichte in Israel», einem überraschenden Heidi-Hotspot (nach der Schweiz, Japan und den USA). Der Katalog zur Ausstellung kostet 25 Franken und enthält weiterführende und spannende Beiträge zur Erfolgsgeschichte von Heidi in Israel.

Kein anderes Werk hat die weltweite Wahrnehmung der Alpenwelt stärker geprägt als die Heidi-Geschichte von Johanna Spyri in den vergangenen 140 Jahren. Mit über 60 Millionen Büchern in über 70 Sprachen, 14 Spielfilmen, 8 Anime/Trickfilmen, 7 TV-Serien und unzähligen Musicals ist Heidi heute auf Platz 1 der beliebtesten Kinderfiguren der Weltliteratur. 

Am erfolgreichsten waren die 52-teilige japanische Anime/Trickfilm TV-Serie von 1974, die 26-teilige TV Produktion des Schweizer Fernsehens von 1977 sowie der aktuelle Kinofilm von 2015 mit Bruno Ganz als Alpöhi, der von Disney bislang in weit über 100 Ländern gezeigt wurde.

Vom 21. bis 23. Oktober leitet Christine Lötscher den interdisziplinären Workshop «Johanna Spyris Werk neu lesen», eine Kooperation zwischen der Universität Zürich und der Goethe-Universität Frankfurt.

Ebenfalls diesen Oktober folgt eine Heidi Online-Ausstellung der Universität North Texas. 2022 zeigt dann das Stadtmuseum Hamamatsu in Japan eine weitere internationale Heidi-Ausstellung. Das Heidiseum wird wertvolle Exponate aus seinen Beständen beisteuern.

Es folgen unter anderem die 25-Jahr-Jubiläen der Destinationen Heididorf und Heidiland sowie 2026 der 125. Todestag und 2027 der 200. Geburtstag von Johanna Spyri - gefeiert mit einer internationalen Spyri-Tagung an der Universität Zürich. 2030 findet dann das 200-Jahr-Jubiläum der Heidi-Geschichte statt.

PS: Am 24. September führte das Heidi/Spyri Network im Restaurant Heidihof ob Maienfeld seine 5.Plenarsitzung durch, mit anschliessender Besichtigung des Heididorfs und Teilen der «Bad Ragartz»-Ausstellung im Nachbardorf, wo Johanna Spyri jeweils logiert hatte.

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