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Vermischt

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Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Noch zwei Mal schlafen, dann dürfen wir endlich wieder gastronomischen Freuden frönen. Die Branche hat ein tolles Schutzkonzept erarbeitet, und wenn man für die mit Pommes werfenden und Spaghetti um den Finger wickelnden Saugoofen neben Abstands- auch Anstandsregeln erlassen hätte, wäre fast alles perfekt.

Doch mir persönlich geht das Schutzkonzept nicht weit genug. Es gibt ja nicht nur Corona, sondern auch andere gesundheitliche Probleme. Warum soll man nur Name und Adresse hinterlassen? Warum nicht auch gleich noch den BMI, Cholesterin- und Blutzuckerwert sowie die Zahl der ins Restaurant zurückgelegten Schritte? Auf der Basis dieser Werte entscheidet dann das Servicepersonal, wer jetzt eine Pizza con Speck e Wurstl bekommt und wer eine Margherita. Oder sogar nur ein San Pellegrino. Mein absoluter Lieblingssatz im Gastro-Schutzkonzept ist aber der: „Die Betriebe stellen sicher, dass sich die verschiedenen Gästegruppen nicht vermischen.“ Dass ich das noch erlebe! Endlich wird dieser Unsitte mal ein Ende bereitet! Die Vermischung von Gästegruppen an Hochzeiten, Leidmahlen, Firmenweihnachtsessen und anderen, gerne ausufernden Anlässen führte früher, also vor Corona, ja oft zu Alkoholexzessen und Sexualkontakten mit so unerwünschten Nebenwirkungen wie Leberzirrhosen, Chlamydien, Schwangerschaften etc.

Handkehrum war das natürlich auch hin und wieder reizvoll. Ich war mal an einer Tagung der Atommüll verbuddelnden Nagra und musste beim Mittagessen feststellen, dass der Gynäkologenkongress nebenan das bessere Dessert hatte. Also habe ich mich zu den Gynäkologen gesellt. Für Tiramisù macht man ja manches. Die Doctores haben sich zwar schon etwas gewundert, weil ihnen mein Gesicht so gar nicht bekannt vorkam, aber da sich Gynäkologen beruflich weder mit Männern noch mit Gesichtern befassen, nahm ich ihnen das echt nicht übel. Ich fand, dass sich beide – Nagra und Gynäkologen – irgendwie mit Höhlenforschung befassen, ein dessertbedingter Raumwechsel also drinlag.

Trotzdem – ich freue mich auf zukünftig klare Verhältnisse. Endlich sind beim Leidmahl plötzlich keine Hochzeitsgäste mehr, nur weil es am Leidmahl lustiger ist oder es Tiramisù gibt. Corona sei Dank!

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Glaube nicht ,das ich die Restaurants besuchen werde mit diesen Maasnahmen :Telefonnummer Adresse angeben.Nicht mehr zu sechst an einem Tisch hocken, keine Zeitung zu lesen .Auch Live Musik ist verboten .Da werden auch Stubeten mit Ländlermusik nicht mehr stattfinden.Keine Geburtstagsfeier ,kein Familienfest keine Hochzeitsfeier keine Klassenzusammenkunft usw.Wer will dann noch feiern ???????????