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Der Banküberfall war echt – der Täter sitzt

Auch wenn die Polizei immer wieder Übungen durchführt: Der Raubüberfall vergangene Woche war echt. Einige Leser sehen das anders. Die Kantonspolizei sagt dazu schlicht: So etwas könnten wir uns nicht leisten.

Philipp
Wyss
Montag, 17. Februar 2020, 16:28 Uhr Gerüchte über eine Übung
Der Hauptsitz der Graubündner Kantonalbank an der Poststrasse in Chur nach dem Raubüberfall.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Am vergangenen Donnerstag ist in Chur der Hauptsitz der Graubündner Kantonalbank überfallen worden. Der Täter gab in der Schalterhalle zwei Schüsse ab und flüchtete mit mehreren zehntausend Franken Beute. Dank Hinweisen aus der Bevölkerung konnte er in der Altstadt verhaftet werden.

In den Kommentarspalten von «suedostschweiz.ch» schrieb Augenzeuge Thomas Wehrli: «Laut meinen Beobachtungen und Erfahrungen war dieser ‹Grosseinsatz› nur eine Übung.» Weiter seien die beiden Zivilpolizisten ziemlich lapidar vorgegangen und es entstand der Eindruck, die aufgenommene dritte Person sei ein Kollege der beiden Einsatzkräfte.

Der Kommentar von Thomas Wehrli:

Dem widerspricht auf Anfrage Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden: «Selbstverständlich war der Banküberfall ein Ernstfall und echt», so Rüegg. Es sei generell gesagt zwar grundsätzlich Polizeialltag, dass Ernstfälle geübt würden. Fände eine Übung aber in der Öffentlichkeit statt, würde man diese nicht im Unklaren lassen. «Eine solche Übung würden wir kommunizieren.» Und zwar nicht im Nachhinein, nachdem die Medien bereits darüber berichtet hätten, so Rüegg weiter. «So etwas können wir uns nicht leisten.»

Übung denkbar, aber ohne Öffentlichkeit

Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich Kunden in der Schalterhalle. Die Kantonspolizei Graubünden sowie die Stadtpolizei Chur, die beide in der Nähe stationiert sind, standen mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Auch Mediensprecher Rüegg war vor Ort und stand Medienvertretern Red und Antwort.

Zwar sei auch eine Übung eines Raubüberfalls durchaus vorstellbar, auch in einer Schalterhalle, sagt Rüegg. Allerdings würde die Öffentlichkeit von einer solchen Übung nichts oder nicht viel mitbekommen.

Reaktionen hat es aber nicht nur auf «suedostschweiz.ch» gegeben. Auch auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei gab es Kommentare. Allerdings vielmehr über den «lustigen» Täter, der nach dem Überfall im Lokal «Ela Coffee und Cocktails» an der Reichsgasse ein Bier trinken ging. Der Täter übrigens, so Rüegg abschliessend, sitze hinter Schloss und Riegel. Die Bündner Staatsanwaltschaft hat nun zu entscheiden, was mit dem 55-jährigen Tschechen geschieht.

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