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Gjon's Tears schafft den Sprung in den ESC-Final

Gjon's Tears schafft den Sprung in den ESC-Final

Glitzernde Kostüme, pure Inbrunst und ein paar Hänger: Das zweite Halbfinale des 65. Eurovision Song Contest ist am Donnerstagabend mit viel Jubel, emotionalen Momenten und einem Finaleinzug des Schweizes Gjon's Tears zu Ende gegangen.

Agentur
sda
vor 2 Monaten in
Kultur & Musik
Nach den Prognosen der Buchmacher alles andere als unerwartet: Der Freiburger Gjon's Tears hat sich am Eurovision Song Contest 2021 ins Finale gesungen.
Nach den Prognosen der Buchmacher alles andere als unerwartet: Der Freiburger Gjon's Tears hat sich am Eurovision Song Contest 2021 ins Finale gesungen.
Keystone/EPA ANP POOL/PATRICK VAN EMST / POOL

Der Freiburger, der mit bürgerlichem Namen Gjon Muharremaj heisst, hat damit rechnen können, als zweiter Schweizer in Folge in das ESC-Finale zu kommen. Immerhin haben ihm die Buchmacher im Vorfeld gar einen Platz in den Top Ten vorausgesagt. Dennoch musste er sich eine gefühlte Ewigkeit gedulden, bis er als siebter von zehn Gewinnern des zweiten Halbfinals genannt wurde.

Scheinbar ruhig und gefasst sass der 22-Jährige bis zu diesem Zeitpunkt auf der Schweizer Bank. Doch als sein Name fiel, brachen die Dämme. Nun ist Gjon's Tears seinem Ziel, den ESC 2021 zu gewinnen, einen grossen Schritt näher. Zumindest einen Platz unter den ersten drei wolle er erreichen, sagte der Sänger im vorab ausgestrahlten Fernsehporträt auf SRF 2.

Gjon's Tears ist der zweite Schweizer in Folge, der es überhaupt in das Finale geschafft hat. 2019 erreichte der Berner Sänger Luca Hänni mit «She Got Me» letztlich gar den vierten Platz.

26 Länder treten am Samstagabend gegeneinander an. Einen sicheren Finalplatz haben wie immer die «Big Five», Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Spanien sowie Gastgeber Niederlande.

Im zweiten Halbfinale sind neben der Schweiz Albanien, Serbien, Bulgarien, Moldavien, Portugal, Island, San Marino, Griechenland und Finnland dazugekommen. Im ersten Halbfinale vom Dienstag hatten sich Malta, Aserbaidschan, Belgien, Israel, Litauen, Norwegen, Russland, Schweden, Ukraine und Zypern qualifiziert.

Deutliche Hänger

Die Show vom Donnerstagabend hat einmal mehr gezeigt, wie divers der ESC ist - vor allem musikalisch. Von tanzbaren Discosongs (Polen) über ungewöhnliche Kompositionen (Lettland), soulige Lieder (Portugal) und Popnummern im Retrostil (Dänemark) bis hin zur gefährlich harten Rockshow (Finnland) gab es alles zu sehen und hören. Und nie schien es, als würden die Darbietungen nicht den Geschmack des gesamten Publikums treffen.

Aufgefallen sind in dem Meer von Glitzerkostümen, Powerballaden und Uptempo-Songs zwei ruhigere Darbietungen - und zwar nicht unbedingt positiv. Tornike Kipiani, der mit «You» für Georgien startete, traf nur selten die Töne, während der österreichische Teilnehmer Vincent Bueno die Stimmung mit «Amen» spürbar absacken liess.

Umso euphorischer reagierte das Publikum bei Auftritten wie jenem der bulgarischen Vertreterin Victoria. Die junge Künstlerin, die auf einem aus dem Meer ragenden Felsvorsprung «Growing Up Is Getting Old» sang und dabei an US-Sängerin Billie Eilish erinnerte, war der Beweis dafür, dass man es am ESC auch in abgelatschten, klobigen Turnschuhen und einer Art Pyjama unter die Besten schaffen kann.

Corona lässt nicht locker

Nachdem der ESC 2020 pandemiebedingt abgesagt werden musste, sassen dieses Jahr rund 3500 negativ getestete Zuschauerinnen und Zuschauer in der Ahoy-Arena. Trotz dieses grossen Schritts zurück in Richtung Normalität hat das Coronavirus den diesjährigen Wettbewerb nicht verschont.

Kurz vor dem zweiten Halbfinale hat sich der niederländische Sänger Duncan Laurence, ESC-Sieger von 2019, mit dem Corona-Virus infiziert. Er kann am Samstag demnach nicht live auftreten, wird aber in einer anderen Form teilnehmen, wie die Veranstalter am Donnerstagnachmittag mitteilten.

Auch die Isländischen Teilnehmer Daði og Gagnamagnið hat es erwischt. Ein Mitglied der Band hat sich angesteckt, weshalb anstelle ihres Live-Auftritts eine Archivaufnahme von den Proben vom vergangenen Donnerstag ausgegraben werden mussten. Ihr Song «10 Years» hat aber dennoch für gute Laune gesorgt und ihnen das Finalticket beschert.

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