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Deutscher Minister Spahn fordert G7 zu Impfstoffabgabe auf

Deutscher Minister Spahn fordert G7 zu Impfstoffabgabe auf

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn hat auf dem Treffen der G7-Staaten zu einer Abgabe von Impfstoffen aufgerufen und dabei vor allem Grossbritannien sowie die USA in die Pflicht genommen.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Politik
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn ruft die G7-Staaten zu einer höheren Quote bei der Impfstoffabgabe auf. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn ruft die G7-Staaten zu einer höheren Quote bei der Impfstoffabgabe auf. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Keystone/dpa/Wolfgang Kumm

Er wolle «einmal mehr dafür werben, dass nicht nur die Europäische Union in die Welt exportiert», sagte Spahn am Donnerstag zum Auftakt der Zusammenkunft der G7-Gesundheitsminister im englischen Oxford. Grossbritannien, das die G7-Ratspräsidentschaft inne hat, und die USA haben bisher fast keine Impfstoffe exportiert.

Das Treffen der Gesundheitsminister dauert noch bis zu diesem Freitag. Zur G7 gehören ausser Deutschland, Grossbritannien und den USA noch Japan, Kanada, Frankreich und Italien. Die Tagung dient auch der Vorbereitung des G7-Gipfels der Staats- und Regierungschefs vom 11. bis 13. Juni im südwestenglischen Cornwall.

Die britische Regierung hat Oxford symbolisch als Ort des Gesundheitsministertreffens gewählt, da Forscher aus der Universitätsstadt gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Corona-Impfstoff entwickelt haben. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bejubelte per Twitter, dass weltweit mehr als zwei Milliarden Dosen Corona-Impfstoff gespritzt worden seien. Hancock betont stets, dass Grossbritannien mit der Erforschung des Astrazeneca-Mittels sowie der Herstellung zum Selbstkostenpreis einen grossen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie weltweit leiste.

Bei den Beratungen in Oxford stand auch die Reform der Welthandelsorganisation (WHO) auf dem Programm. Spahn betonte, Ziel sei schnelleres Handeln in der Krise. Niemand dürfe versuchen, Virusausbrüche zu vertuschen, sondern alle Mitglieder müssten die WHO so schnell wie möglich informieren. Dabei gehe es auch um die Finanzierung. Auch Deutschland als einer der wichtigsten Geldgeber wolle bisher entscheiden, wohin die Mittel gehen. «Das hilft aber der internationalen Zusammenarbeit nicht. Wir müssen mehr Geld für die WHO sozusagen frei zur Verfügung stellen, damit sie einen Unterschied machen kann», sagte Spahn.

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