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Die andere Eröffnungsfeier

Die andere Eröffnungsfeier

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio am Freitag ab 13.00 Uhr wird etwas anders als bei früheren Austragungen - wegen der Corona-Pandemie und Neuerungen des IOC.

Agentur
sda
23.07.21 - 05:07 Uhr
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Tokio wird wegen Corona eine spezielle Eröffnungsfeier mit kaum Zuschauern erleben.
KEYSTONE/EPA/YONHAP

Gemäss japanischen Medienberichten wird die rund dreieinhalbstündige Show dem Motto «vereint durch Emotionen» folgen und «fantastische Tänze» sowie Elemente der japanischen traditionellen Kultur wie den «Matsuri», ausgelassene Volksfeste, enthalten. Die Feier wolle das «wa» vermitteln, das für Harmonie und Japan steht. Es wird zugleich erwartet, dass es eine den besonderen Umständen durch die Corona-Pandemie entsprechende schlichte Darbietung werden wird.

In Japan gehen sie davon aus, dass Kaiser Naruhito die Spiele vor lediglich rund 950 VIPs für eröffnet erklären wird. Am Vortag der Eröffnung empfing er IOC-Chef Thomas Bach in seinem Palast. Es sei «nicht einfach», die Spiele mit strikten Corona-Massnahmen zu veranstalten, sagte der Monarch und drückte gegenüber Bach seinen «tiefen Respekt» für die Arbeit aus.

Das Konzept der wegen Corona um ein Jahr verschobenen Spiele lautet «Einheit in Vielfalt». Es soll die Wichtigkeit betont werden, die Unterschiede der Menschen wie Geschlecht, Religion und jeweiligen Fähigkeiten zu akzeptieren. Das IOC passte deshalb den olympischen Eid an.

Parmelin einer der wenigen Politiker

Aus demselben Grund werden auch zum ersten Mal je eine Athletin und ein Athlet pro Delegation als Fahnenträger amten. Für die Schweiz tragen Mujinga Kambundji und Max Heinzer die Flagge ins fast leere Olympiastadion. Die offizielle Schweiz wird durch Bundespräsident Guy Parmelin vertreten, der als einer der wenigen Politiker nach Japan reiste. Prominentester Staatschef aus dem Ausland vor Ort dürfte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sein.

«Sehr emotional» werde die Eröffnungsfeier für ihn werden, beteuerte derweil Thomas Bach einen Tag vor dem Einmarsch der 204 teilnehmenden Nationen. Das erste Mal seit Beginn der Pandemie sei dann «die ganze Welt an einem Ort». Nach den Herausforderungen sagte der Deutsche mit Blick auf die Eröffnungsfeier: «Wenn man am 23. Juli einige Steine fallen hört, dann kommen sie vielleicht von meinem Herzen.»

Personeller Wirbel

Im Vorfeld gab es rund um die Eröffnungsfeier viel Wirbel in Japan. Führenden Mitgliedern des Kreativ-Teams wurden plötzlich jahrzehntealte Verfehlungen zum Verhängnis. Nur einen Tag vor der Zeremonie entliessen die Organisatoren den populären Kreativdirektor der Feier, Kentaro Kobayashi (48). Anlass war ein plötzlich im Internet aufgetauchter Videoclip von einem Sketch von 1998, in dem er als junger Komiker einen Witz über den Holocaust riss.

Nur Tage zuvor musste auch der Komponist der Eröffnungsfeier, Keigo Oyamada (52), zurücktreten. Ihm wurde Mobbing während der Schulzeit zum Verhängnis. Bereits im März hatte sich der damals Verantwortliche Hiroshi Sasaki wegen erniedrigender Äusserungen über eine japanische Entertainerin zurückgezogen.

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