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Schweizer Freestyle-Männer in Lauerstellung

Die Saison der Snowboard-Freestyler beginnt am Samstag beim Big Air in Modena. Die Schweiz verfügt bei den Männern über ein junges Slopestyle- und Big-Air-Team. Bei den Frauen steht ein Umbruch an.

Agentur
sda
Samstag, 03. November 2018, 08:18 Uhr Snowboard
Die Schweizer Freestyler sind hinter den Topnationen in Lauerstellung und warten auf einen Exploit - wie 2017, als Nicolas Huber an der WM in Spanien Silber gewann
Die Schweizer Freestyler sind hinter den Topnationen in Lauerstellung und warten auf einen Exploit - wie 2017, als Nicolas Huber an der WM in Spanien Silber gewann
KEYSTONE/EPA EFE/JULIO MUNOZ

Es gibt sicherlich Orte, die man stärker mit Wintersport und der Freestyle-Szene in Verbindung bringt, als Modena. Die norditalienische Studentenstadt ist schliesslich auch mehr dem Automobil-Rennsport zugewandt: geprägt etwa von Enzo Ferrari, dem in Modena geborenen Rennfahrer und Gründer des Sportwagenherstellers Ferrari, oder vom siebenfachen Formel-1-Weltmeister und Ehrenbürger der Stadt, Michael Schumacher.

Zu Beginn der neuen Saison, die ihren Höhepunkt mit den Freestyle-Weltmeisterschaften in und um Park City in den USA Anfang Februar findet, rückt Modena allerdings zum wichtigen Gradmesser für die Schweizer Big-Air-Athleten auf - nachdem die Weltcup-Saison vor rund zwei Monaten mit derselben Disziplin beim Prolog im neuseeländischen Cardrona lanciert wurde. Denn auch wenn die Silber-Medaille von Nicolas Huber an den letzten WM in der Sierra Nevada im März 2017 einen anderen Eindruck vermittelt haben mochte, in Slopestyle und Big Air geben derzeit andere Nationen den Ton an, das US-Team, die Kanadier, die Japaner oder in Europa die Norweger.

«Wir sind mit unserem jungen Team einen nächsten Schritt an die Topleute herangerückt», bilanziert Chefcoach Pepe Regazzi vor dem Big-Air-Event, der aufgrund des 25-Jahr-Jubiläums einer Wintersport-Messe in Modena stattfinden wird. Die Fortschritte der Schweizer Equipe hätten sich im Big Air an den Olympischen Spielen in Pyeongchang in den Diplom-Rängen von Michael Schärer (6.) und Jonas Bösiger (8.) manifestiert.

Auch beim Prolog in Cardrona lieferte das Schweizer Team eine solide Vorstellung ab. Ohne Schärer, der mit einem Sehnenriss in der linken Schulter noch mindestens bis Ende Jahr ausfallen wird, platzierte sich ein Schweizer Quintett mit Huber (8.), Moritz Thönen (14.), Moritz Boll (15.), Bösiger (18.) und Gian Andrea Sutter (20.) in den Top 20.

Die ganz grossen Schlagzeilen im Big Air oder Slopestyle werden vorwiegend noch andere schreiben. Für die Schweizer gilt es allerdings bereit zu sein, wenn die Topnationen nicht liefern: Wie Huber zuletzt an den WM in der Sierra Nevada.

Anders präsentiert sich die Ausgangslage bei den Frauen. Ist im Männerteam der Umbruch vollzogen, steht dieser da noch bevor. Teamleaderin Sina Candrian befindet sich mit bald 30-Jahren in fortgeschrittenem Freestyle-Alter, ebenso Isabel Derungs (31). Carla Somaini (27) steht nach Knieproblemen in den vergangenen Jahren vor einem Neustart. Wäre noch Lia-Mara Bösch: Die 24-jährige Aargauerin dürfte im Weltcup vermehrt in den Fokus rücken. Nicht nur des Alters wegen: Als erste Schweizer Snowboarderin überhaupt hat sie in der Vorbereitung einen Double-Flip (zweifache Überkopf-Rotation) gezeigt.

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